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Liebe Leserinnen und Leser,
viele Infektionen und Todesfälle ließen sich durch konsequente Impfungen von Krebspatienten und ihren Angehörigen vermeiden. Doch im Alltag gerät das schnell aus dem Blick. Zudem bestehen nicht selten Unsicherheiten beim Einsatz von Lebendimpfstoffen sowie der Impfung von Patienten, die neue Therapien wie Tyrosinkinase-Inhibitoren, bispezifische Antikörper und CAR-T-Zelltherapien erhalten. Um dem zu begegnen, hat ein Team um Erstautorin PD Dr. Sybille Mellinghoff von der Universität Köln die entsprechende Leitlinie nun aktualisiert. Neben der Publikation in „The Lancet. Oncology“ finden Sie die neuen Empfehlungen auch auf deutsch auf Onkopedia.
Neben Impfungen trägt auch strukturiertes Training dazu bei, die Patienten in einem möglichst guten Zustand zu halten. Bei Darmkrebs empfiehlt die entsprechende Leitlinie nun, den Wiedereinstieg in körperliche Aktivität nach der Therapie im Rahmen der Nachsorge zu besprechen. Grundlage sind neue Daten der CHALLENGE-Studie, die eine dadurch verbesserte Prognose belegen.
Ebenfalls umfassend aktualisiert wurde die S3-Leitlinie „Palliativmedizin für Patient*innen mit einer nicht heilbaren Krebserkrankung“. Neu aufgenommen wurden Kapitel zur Angehörigenbetreuung und Spiritualität.
Bei neuen Therapien wird – um sie schneller breit verfügbar zu machen – zunehmend eher auf das Gesamtansprechen (ORR) und das progressionsfreie Überleben (PFS) geachtet, die in vielen Studien als Stellvertreter für das Gesamtüberleben (OS) angesehen werden können. Den eher seltenen Fall, dass ORR und PFS verbessert werden, das OS aber nicht profitiert, zeigt die LEAP-010-Studie, die den Zusatz von Lenvatinib zu Pembrolizumab bei Kopf-Hals-Tumoren untersucht hat. Ich hoffe, es klärt sich noch, ob die deutlich häufigeren Nebenwirkungen der Grade 3 und 4 an sich oder daraus resultierende Therapieabbrüche zu dem kürzeren medianen OS mit der Kombinationstherapie geführt haben.
Hingegen entsprechen die Ergebnisse der Phase-III-Studie RATIONALE 309, die den Zusatz von Tislelizumab zur Chemotherapie beim rezidivierten oder metastasierten Nasopharynxkarzinom untersucht hat, eher den Erwartungen: medianes PFS mit der Kombination 9,6 versus 7,4 Monate mit alleiniger Chemotherapie, medianes OS 45,3 vs. 31,8 Monate.
Mehr zu diesen und weiteren Themen finden Sie in diesem Newsletter, auf unserem Nachrichtenportal sowie unserer Zeitschrift KOMPAKT ONKOLOGIE. Ich wünsche Ihnen eine informative Lektüre und eine schöne Sommerwoche!
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