|
Liebe Leserinnen und Leser,
die neoadjuvante und die perioperative Therapie sind bei einigen Krebsarten – überspitzt gesagt – quasi schon ein alter Hut. Nun gibt es auch beim Prostatakarzinom zunehmend Studien, die diese Konzepte sowie weitere innovative Therapieansätze untersuchen. So haben US-Wissenschaftler ein Rahmenkonzept für einen multimodalen Therapieansatz entwickelt, der intermediäre Wirksamkeitsendpunkte der Behandlung nutzt. Die Ergebnisse sind vielversprechend.
Eine europäische Studie widmete sich der Frage, wie lange sich beim oligometastasierten Prostatakarzinom eine Androgendeprivationstherapie (ADT) mit stereotaktischer Körperbestrahlung hinauszögern bzw. wie genau sich das ADT-freie Überleben vorhersagen lässt. Die Risikostratifizierung mit dem dafür entwickelten Nomogramm ergab drei prognostische Gruppen mit niedrigem, mittlerem und hohem Risiko, was seinen Einsatz bei der Therapiewahl stützt.
Bewährt hat sich übrigens nach zehnjähriger Nachbeobachtung die ultrahypofraktionierte Strahlentherapie bei lokalisiertem Prostatakrebs mittleren oder hohen Risikos: Sie ist der konventionell fraktionierten nicht unterlegen und zeigt ein ähnliches Toxizitätsprofil.
Das Ansprechen eines Patienten auf eine onkologische Therapie vorauszusagen, bleibt eine Herausforderung. Forscher suchen daher weltweit nach prädiktiven Biomarkern. Aktuelle Forschung rückt jetzt auch das Splicing in den Fokus, also das Zurechtschneiden der mRNA für ein funktionierendes Protein. Beim metastasierten Nierenzellkarzinom haben Wissenschaftler jetzt Splicing-Events identifiziert, die mit einem Ansprechen oder Therapieversagen von Immuncheckpoint-Inhibitoren verbunden sind.
Erfahren Sie außerdem mehr über krebsbekämpfende Viren im Salmonellen-Taxi, den Einfluss extremer Hitze auf die Krebstherapie und wie deutsche Wissenschaftler mit Itaconat einen neuen Ansatzpunkt für die Lungenkrebstherapie entdeckt haben.
Ich wünsche Ihnen eine sonnige Woche!
|