Ausgabe #1/2026

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Donnerstag, 28. Mai 2026

Liebe Leserinnen und Leser,

heute startet der 7. Medicinal Cannabis Congress (MCC) am CVK, Forum 3 der Berliner Charité. Unter dem Motto „Resilienz und psychische Stabilität – ein ganzheitlicher Ansatz“ kommen Vertreterinnen und Vertreter aus allen Bereichen der ärztlichen Heilberufe, Apotheken und der Industrie zu der zweitägigen medizinischen Fortbildungsveranstaltung zusammen.

Doch warum braucht es überhaupt einen eigenen Kongress zum Thema medizinisches Cannabis? Kongresspräsident Prof. Thomas Herdegen, ehemaliger stellvertretender Leiter des Instituts für Experimentelle und Klinische Pharmakologie am Universitätsklinikum Kiel, hat darauf eine klare Antwort: „Medizinisches Cannabis ist komplex – sowohl pharmakologisch als auch in der Anwendung. Bisher findet es auf großen Kongressen kaum statt. Der MCC schafft erstmals eine eigenständige, wissenschaftlich fundierte Plattform“, erläutert er im Interview.

 
 

MCC 2026: „Medizinisches Cannabis ist mehr als ein Analgetikum“

Der 7. Medicinal Cannabis Congress steht unter dem Motto „Resilienz und psychische Stabilität – ein ganzheitlicher Ansatz“. Im Interview spricht Kongresspräsident Prof. Thomas Herdegen über den Stellenwert von Medizinalcannabis in der klinischen Praxis, aktuelle gesundheitspolitische Entwicklungen sowie Herausforderungen in Verordnung und Versorgung.

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„Da das Fortbildungsangebot zu medizinischem Cannabis im Allgemeinen noch im Aufbau ist, sind spezialisierte Kongresse von umso entscheidender Relevanz für die berufliche Praxis“, verdeutlicht auch Dr. Daniela Eigenmann. Die Apothekerin aus der Schweiz wird morgen einen Einblick in die Schweizer Sicht zur Abgabe von Medizinalcannabis und die dortige Rolle von Apotheken als kompetente Berater der ärztlichen Verordner geben. 

 
 

Medizinalcannabis: Die Apotheke als kompetenter Berater der ärztlichen Verordner

Mit der Legalisierung 2022 wächst die Bedeutung von Medizinalcannabis in der Schweiz. Doch das Wissen zu Indikationen, Dosierung und Vergütung bleibt oft lückenhaft. Hier kommt Apotheken, die sich auf die Herstellung und Abgabe von Cannabispräparaten spezialisiert haben, eine Schlüsselrolle zu. Das berichtet ein Team von Cannaplant – einem Anbieter von Rezepturen für medizinische Cannabispräparate in der Schweiz.

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 „Der 7. Medicinal Cannabis Congress in Berlin schlägt die Brücke zwischen Theorie und Praxis: Wissenschaftliche Erkenntnisse zu Medizinalcannabis werden ebenso fundiert diskutiert wie dessen konkrete Anwendung im medizinischen Alltag. Der multiprofessionale Austausch über die Landesgrenzen hinaus ermöglicht es den Experten verschiedener Fachrichtungen, die Zukunft der Therapie mit Cannabinoiden gemeinsam zu gestalten“, hebt Eigenmann zum MCC hervor.

 
 
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Medizinisches Cannabis vs.
Polymedikation

Fünf, acht oder zehn Wirkstoffe pro Tag? Komplexe Therapiepläne bergen hohe Interaktionsrisiken: Medizinalcannabis kann die Wirkstofflast messbar reduzieren. STADAPHARM ist Ihr Navigator: Jetzt Leitfäden, Fortbildungen und Beratung anfordern.

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Über den Einsatz von Medizinalcannabis in Österreich und seine Erfahrungen mit Cannabidiol (CBD) bei Patienten mit schwerem COVID-19-Verlauf wird der Intensivmediziner Prof. Rudolf Likar vom Landeskrankenhaus Klagenfurt berichten. Seiner Ansicht nach zählen CBD, aber auch Cannabigerol (CBG), zu den vielversprechenden Substanzen mit zukünftigem therapeutischen Potenzial. Einen kurzen Überblick über sein Vortragsthema gibt er hier:

 
 

CBD: Vielversprechende Substanzen mit hohem therapeutischen Potenzial

Das Endocannabinoid-System ist nach aktueller Einschätzung ein äußerst bedeutendes und noch nicht vollständig verstandenes regulato­risches System. Laut Intensivmediziner Prof. Rudolf Likar zähle insbesondere Cannabidiol (CBD) zu den vielversprechenden Substanzen mit zukünf­tigem therapeutischen Potenzial.

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Auch nach Ansicht von Prof. Lumír Hanuš verbindet der MCC die Grundlagenforschung zum Endocannabinoid-System effektiv mit der klinischen Anwendung von medizinischem Cannabis. Der aus Tschechien stammende Chemiker Hanuš ist einer der beiden Entdecker des Endocannabinoids Anandamid. Er wird eine Festrede im Rahmen der heutigen Verleihung des diesjährigen Preises der Deutschen Medizinal-Cannabis Gesellschaft (DMCG) halten. Der Preis wird in Memoriam an Prof. Raphael Mechoulam vom Weizmann-Institut in Rechovot (Israel) verliehen, der als Begründer der Endocannabinoidforschung gilt. Gegenüber Biermann Medizin äußerte Hanuš, dass das Verständnis endogener Signalwege wie dem Endocannabinoid-System weitreichende Implikationen gehabt habe – und nicht nur die Grundlagenforschung in den Neurowissenschaften, sondern auch die Pharmakologie, die Medizin und die öffentliche Gesundheit beeinflusst habe.

Und ein weiterer namhafter Cannabinoid-Wissenschaftler beehrt den MCC: Der DMCG-Preisträger aus 2025, Prof. David Nutt vom Imperial College London (Vereinigtes Königreich). In seinem Vortrag „Drugs as therapeutic tools: medicinal cannabis and psilocybin“ legt Nutt den Fokus neben Medizinalcannabis auf einen weiteren spannenden Wirkstoff: Das aus psychedelischen Pilzen gewonnene Psilocybin. In seinem Gastbeitrag für Biermann Medizin beleuchtet Nutt die wechselvolle Geschichte von Cannabis als Arzneimittel und kritisiert die bis heute vorherrschenden Vorurteile sowie das geringe Wissen über dessen therapeutischen Nutzen. Zudem zeigt er auf, wie politische Restriktionen, fehlende Ausbildung und ein Fokus auf Schadenspotenziale den Zugang zu medizinischem Cannabis und die Forschung daran bis heute erschweren.

 
 

Vorurteile und mangelndes Wissen: Warum die Ärzteschaft Cannabis ablehnt

Auch heute noch steht ein Teil der Ärzteschaft dem Konsum von medizinischem Cannabis kritisch oder gar ablehnend gegenüber. Der britische Wissenschaftler Prof. David Nutt sieht in Unwissenheit und Vorurteilen die Hauptgründe für diese Haltung.

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Der 7. Medicinal Cannabis Congress macht deutlich, dass medizinisches Cannabis längst mehr ist als ein Randthema der Schmerzmedizin. Vielmehr zeigt der Kongress, wie wichtig wissenschaftlicher Austausch, interdisziplinäre Zusammenarbeit und praxisnahe Fortbildung sind, um das therapeutische Potenzial von Cannabinoiden künftig verantwortungsvoll und evidenzbasiert nutzen zu können.

Ihre Redaktion von Biermann Medizin

 
 

 

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