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Liebe Leserinnen und Leser,
auf der Jahrestagung der American Society of Anesthesiologists wurde eine spannende – wenngleich noch unveröffentlichte – Studie vorgestellt, die Einsamkeit und Ernährungsunsicherheit als Risikofaktoren für die Entwicklung chronischer postoperativer Schmerzen identifiziert. Demnach haben insbesondere Menschen mit unsicherem Zugang zu Nahrungsmitteln sowie jene mit geringer sozialer Unterstützung ein erhöhtes Risiko für anhaltende Schmerzen nach einer Operation. Nach Ansicht der Studienautoren sollte dies bereits im präoperativen Gespräch berücksichtigt und den Betroffenen gezielt Unterstützung angeboten werden, um einer Schmerzchronifizierung vorzubeugen.
Sind Schmerzen bereits chronisch, neigen die Betroffenen oftmals zu emotionalem Essen. Durch den Verzehr von Comfort Food lenken sie sich ab und finden einen kleinen Lichtblick im Schmerzalltag. Das deutet eine Befragung von 140 chronisch Schmerzgeplagten aus Australien an. Da 70 Prozent der Teilnehmer bereits übergewichtig oder adipös war und Übergewicht die Schmerzproblematik noch verstärken kann, halten die Studienautoren es für sinnvoll, eine Ernährungsberatung in multimodale Schmerzmanagementprogramme zu integrieren.
Diese Erkenntnisse unterstreichen, dass Schmerzprävention und -therapie über die rein medizinische Behandlung hinausgehen müssen. Auch hierzulande könnten psychosoziale Faktoren wie Einsamkeit, soziale Unterstützung und Ernährungsmuster noch gezielter in die Versorgungskonzepte einfließen, um chronischen Schmerzen wirksamer und ganzheitlicher entgegenzuwirken.
Viel Freude bei der Lektüre wünscht Ihnen
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