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Liebe Leserinnen und Leser des Kompakt Schmerztherapie,
ein Schock für die Schmerzmedizin: Laut Medienberichten haben sich Union und SPD in den Koalitionsverhandlungen der Arbeitsgruppe Gesundheit darauf geeinigt, dass bei der Klinikreform in den kommenden drei Jahren keine zusätzlichen Leistungsgruppen eingeführt werden sollen. Das sei ein „Todesurteil“ für die stationäre interdisziplinäre multimodale Schmerztherapie, erklärt Prof. Frank Petzke, Präsident der Deutschen Schmerzgesellschaft. Laut Prof. Joachim Nadstawek, Vorsitzender des Berufsverbandes der Ärzte und Psychologischen Psychotherapeuten in der Schmerz- und Palliativmedizin in Deutschland (BVSD), drohen mit dieser Entscheidung Schließungen von aktuell noch 450 bestehenden schmerzmedizinischen Krankenhausabteilungen. Petzke appelliert an die Verhandlungsgruppe: „Der Koalitionsvertrag der neuen Bundesregierung sollte den zeitnahen Weg für weitere Leistungsgruppen und Korrekturen bzw. Nachbesserungen offenhalten.“
Rückendeckung erhalten die Deutsche Schmerzgesellschaft und der BVSD von der Deutschen Gesellschaft für Anästhesiologie und Intensivmedizin (DGAI) und dem Berufsverband Deutscher Anästhesistinnen und Anästhesisten (BDA). Diese hatten sich bereits vor Bekanntwerden der Ergebnisse der Koalitionsverhandlungen unterstützend zur Einführung einer eigenen Leistungsgruppe Schmerzmedizin geäußert. „Die interdisziplinäre multimodale Schmerztherapie ist ein etabliertes, wirksames Konzept. Sie benötigt eine klare strukturelle Verankerung in der geplanten Krankenhausreform, um auch zukünftig bedarfsgerecht angeboten werden zu können“, betonte DGAI-Präsident Gernot Marx.
Erfahren Sie im heutigen Top-Beitrag, warum die geplante Regelung eine existenzielle Bedrohung für die Schmerzmedizin darstellt und welche Konsequenzen sie hätte.
Eine informative Lektüre wünscht Ihnen,
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