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Liebe Leserinnen und Leser des Kompakt Urologie,
widmen wir uns in diesem Newsletter einmal nicht nur der Diagnostik und Therapie urologischer Krebserkrankungen, sondern blicken wir über den Tellerrand – zum Beispiel in Bezug auf Ernährung und kardiovaskuläres Risiko. Um das Risiko für Nierenkrebs gering zu halten, sollte der Teller jedenfalls nicht zu voll sein: US-amerikanische Wissenschaftler haben deutliche Zusammenhänge mit Übergewicht gefunden.
Einen Grund mehr, jungen Patienten jeden Geschlechts die Impfung gegen Humane Papillomviren (HPV) anzubieten, liefert eine Studie aus der Kardiologie: Eine aktuelle Metaanalyse hat ergeben, dass HPV-positive Patienten im Vergleich zu HPV-negativen eine um 40 Prozent höhere Wahrscheinlichkeit für die Entwicklung einer Herz-Kreislauf-Erkrankung und ein doppelt so hohes Risiko für die Entwicklung einer Koronaren Herzkrankheit hatten.
Bei der Behandlung von Hodenkrebs rückt wegen der frühen Erkrankungs- und langen Überlebenszeit bei erfolgreicher Therapie die kardiovaskuläre Sicherheit zunehmend ins Zentrum des Interesses, aber auch die Fertilität im weiteren Lebensverlauf. Patienten, die eine Chemotherapie erhalten, haben eine deutlich bessere Chance, Vater zu werden, als bestrahlte Patienten, wie eine Untersuchung ergeben hat. Die Studienautoren führen Letzteres auf eine langfristige Erschöpfung der Spermatogonien zurück.
In ganz anderen Zusammenhängen kann Strahlentherapie aber auch segensreich sein: zum Beispiel beim synchron metastasierten hormonsensitiven Prostatakarzinom. Wird diese zusätzlich zur Androgendeprivationstherapie verabreicht, profitieren die Patienten einer aktuellen Studie zufolge von einem längeren lokal ereignisfreien Überleben.
Ich wünsche Ihnen eine instruktive Lektüre und eine gute Woche!
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