Trainings-App verbessert Probleme beim Wasserlassen4. April 2025 Christian Gratzke, Ärztlicher Direktor der Klinik für Urologie des Universitätsklinikums Freiburg und Erstautor der aktuellen Studie. Foto: Universitätsklinikum Freiburg / Britt Schilling Eine Studie des Universitätsklinikums Freiburg zeigt Vorteile einer App-gestützten Therapie bei Männern mit Beschwerden beim Wasserlassen, verursacht durch eine gutartige Prostatavergrößerung. 92 Prozent der Teilnehmer berichteten von einer verbesserten Lebensqualität. Viele Männer leiden im Alter unter Beschwerden beim Wasserlassen – oft ausgelöst durch eine vergrößerte Prostata oder eine überaktive Blase. Eine Studie des Universitätsklinikums Freiburg zeigt nun: Ein digitales Trainingsprogramm per App kann diese Symptome deutlich lindern. Patienten, die die digitale Gesundheits-App (DIGA) Kranus Lutera über zwölf Wochen nutzten, berichteten über eine spürbare Besserung der Beschwerden und eine deutlich gesteigerte Lebensqualität. Die Studie wurde am 25. März 2025 im renommierten Fachjournal „New England Journal of Medicine Evidence“ veröffentlicht. „Unsere Untersuchungen zeigen, dass digitale Therapien gegen Beschwerden beim Wasserlassen, ausgelöst durch eine gutartige Prostatavergrößerung, wirksam in den Alltag integriert werden können. Sie bieten für viele Betroffene eine niedrigschwellige Möglichkeit, selbst aktiv zu werden und ihre Lebensqualität zu verbessern.“, sagt Studienleiter Prof. Christian Gratzke, Ärztlicher Direktor der Klinik für Urologie des Universitätsklinikums Freiburg. Insgesamt nahmen 237 Patienten des Universitätsklinikums Freiburg und des Universitätsklinikums Halle an der Studie teil. Etwa die Hälfte erhielt zusätzlich zur üblichen medizinischen Versorgung für zwölf Wochen Zugang Kranus Lutera. Diese kombiniert Beckenbodentraining, Verhaltenstipps, Blasentraining und medizinisches Hintergrundwissen in einem strukturierten Programm. Unterstützt durch Videos, Audioanleitungen und motivierende Rückmeldungen werden die Nutzer individuell durch das Training begleitet – angepasst an ihren persönlichen Fortschritt. Am Ende der Studienzeit zeigte sich: Die Teilnehmer der App-Gruppe berichteten im Durchschnitt über eine deutliche Verringerung ihrer Beschwerden. Insgesamt 92 Prozent gaben an, sich am Ende der zwölf Wochen besser zu fühlen. In der Kontrollgruppe, die keine App nutzte, blieben die Symptome hingegen unverändert. Unerwünschte Nebenwirkungen traten selten auf und standen nicht im Zusammenhang mit der Anwendung. Eine Anschlussstudie soll nun untersuchen, wie langfristig der positive Effekt bestehen bleibt.
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