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Liebe Leserinnen und Leser des Kompakt Urologie,
was tun, wenn bei Verdacht auf Prostatakrebs die Biopsie negativ ausfällt? Über das weitere Vorgehen kann laut einer aktuellen Studie aus Finnland die PSA-Dichte Auskunft geben, denn hiermit lässt sich die krebsspezifische Mortalität abschätzen. Die Urologen fanden einen Grenzwert von 0,15 ng/ml/cm³.
Bleiben wir zunächst bei der Diagnostik, und zwar bei dem Bestreben, hochgradigen oder invasiven Blasenkrebs bei Patienten mit Hämaturie bereits im Urin zu detektieren. Ein neuer Urin-DNA-Methylierungstest zeigt sich dem NMP22-Test überlegen.
Im operativen Bereich häufen sich die positiven Daten zu Tranexamsäure bei der radikalen Zystektomie, zuletzt von der US-amerikanischen Mayo-Clinic mit fast 3000 kompletten Datensätzen im „Journal of Urology“ publiziert. „In Verbindung mit früher schon berichteten Daten zu Tranexamsäure und angesichts der weitestgehenden Risikolosigkeit würde ich den Verzicht auf Tranexamsäure bei einer Zystektomie inzwischen dicht am Behandlungsfehler sehen“, urteilt KOMPAKT-UROLOGIE-Herausgeber Prof. Michael Stöckle.
Gefürchtet sind bei der radikalen Zystektomie positive Schnittränder. Aus gutem Grund, wie sich jetzt wieder zeigt: Eine niederländische Studie hat ein erhöhtes Risiko für Krankheitsprogression und verschlechterte Überlebensergebnisse bei Vorliegen positiver Schnittränder nachgewiesen.
Zum Schluss noch ein klares Wort von Dr. Dirk Heinrich, dem Vorstandsvorsitzenden des Spitzenverbandes Fachärztinnen und Fachärzte Deutschlands: „Niemand braucht in unserem Gesundheitssystem Hausärzte als Türsteher für den Zugang zu Prävention, Vorsorge, notwendiger Diagnostik und Behandlung.“ Dem ist aus Urologensicht nichts hinzuzufügen.
Viel Spaß beim Lesen und eine gute Woche wünscht Ihnen
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