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Liebe Leserinnen und Leser,
bald kommt es nicht mehr darauf an, ob jemand bei der Tumorkonferenz zufällig etwas gelesen hat oder nicht. Beim vergangenen DGU-Kongress in Hamburg berichtete Dr. Gregor Duwe von der Universität Mainz über Künstliche Intelligenz zur Unterstützung multidisziplinärer Tumorkonferenzen. Den Prototyp hatten Forscher aus Mainz zusammen mit Experten des Deutschen Forschungszentrums für Künstliche Intelligenz in Kaiserslautern in der ersten Phase des Verbundprojekts erfolgreich entwickelt. Nun ist das Assistenzsystem reif für die Evaluation.
Bleiben wir zunächst in der Onkologie: Mimikry gibt es nicht nur im Tierreich, zum Beispiel beim schwarz-gelb gestreiften Hornissenschwärmer, dem „Sting“ unter den Schmetterlingen, der gar nicht sticht, aber so aussieht wie die große Wespenart. Auch Tumorzellen können sich dieses Mechanismus bedienen, nur umgekehrt: Sie tarnen sich als hilfreiche Immunzellen, treiben aber die Progression beim medullären Nierenzellkarzinom voran.
Auch diese Woche haben wir ein spannendes Thema aus der Andrologie für Sie: Wie japanische Forscher mit Würzburger Beteiligung in „Science Advances“ berichten, braucht eine Spermiengeißel ein festes, für die Keimzellen typisches Ankergerüst, um die Zelle funktionsgemäß voranzutreiben. Bei Ausfall eines Proteins resultiert Infertilität.
Phosphodiesterase-5-Hemmer werden seit vielen Jahren erfolgreich gegen Erektile Dysfunktion eingesetzt. Doch wie unterscheiden sich die drei gängigen Wirkstoffe? Eine Arbeit in „European Urology Focus“ gibt darüber jetzt Auskunft. Interessant daran ist nicht nur der Vergleich selbst, sondern auch die Datenbasis: Sie stammt aus einer „Direct-to-consumer“-Plattform, bei der Patienten sich online Medikamente verschreiben lassen können. Wie auch immer man zu diesem Geschäftsmodell steht, spannende Daten hat es geliefert.
Lesen Sie zum Schluss noch unseren Bericht über neue Daten des Statistischen Bundesamtes über den Anteil der Einnahmen urologischer Praxen aus der Gesetzlichen Krankenversicherung und der Privatmedizin. Insgesamt machen die Anteile etwa 50/50 aus, aber das variiert stark nach Art und Größe der Praxis…
Viel Spaß beim Lesen und eine gute Woche wünscht Ihnen
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