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Liebe Leserinnen und Leser,
zwei spannende Studien, die beim Genitourinary Cancers Symposium der American Society of Clinical Oncology (ASCO-GU) vorgestellt wurden, befassen sich damit, wie den Patienten belastende Behandlungen erspart werden könnten. In einer Arbeit aus dem Fox Chase Cancer Center in Philadelphia (USA) gingen die Forscher das Problem an, dass manche Patienten, bei denen eine Zystektomie wegen Blasenkrebs geplant war, im Zystektomiepräparat gar keinen Krebs mehr aufweisen – die übliche neoadjuvante Chemotherapie hat hier dem Augenschein nach die Krankheit bereits besiegt, und der Patient hätte seine Blase möglicherweise behalten können. Doch wäre dies auch onkologisch sicher? Beim ASCO-GU haben die Studienautoren für die Beurteilung dieser Frage eine Kombination aus Zystoskopie und der Analyse zirkulierender Tumor-DNA aus Blutproben vorgeschlagen.
Auch eine Metaanalyse von Amar U. Kishan (University of California Los Angeles, USA) und Kollegen stellt die Frage nach der Sinnhaftigkeit einer Therapie: Ist es sinnvoll, Patienten eine Hormontherapie zu verabreichen, deren Prostata wegen Prostatakrebs entfernt wurde und die eine postoperative Strahlentherapie erhalten haben? Nach den Ergebnissen, die gleichzeitig höchstrangig in „The Lancet“ publiziert wurden, scheint das bei vielen Patienten nicht der Fall zu sein, das heißt man schadet den Patienten damit mehr, als man ihnen nützt. Eine hohe Bedeutung für die Entscheidung für oder wider die Hormontherapie scheint der PSA-Wert vor der Strahlentherapie zu haben.
Ich wünsche Ihnen viel Spaß und Erkenntnis beim Lesen dieser und der weiteren Berichte!
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