Ausgabe 38/2024

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Donnerstag, 19. September 2024

Liebe Leserinnen und Leser des Kompakt Urologie,

Totgesagte leben länger: Zwei Substanzen, die in der Therapie des metastasierten Nierenzellkarzinoms eigentlich „out“ sind, Pazopanib und Bevacizumab, haben beim Kongress der European Society For Medical Oncology (ESMO) vom 13. bis 17. September in Barcelona (Spanien) ein erstaunliches Comeback gefeiert: Sie erreichten zusammen ein progressionsfreies Überleben von 23,3 Monaten. Wie die Studienautoren betonen, könnte die Kombination eine Option besonders für Patienten mit günstiger Prognose sein.

Negative Daten wurden hingegen auf dem ESMO-Kongress zur wiederholten Therapie mit Immuncheckpoint-Inhibitoren beim fortgeschrittenen Nierenzellkarzinom präsentiert – hiervon sollte den Wissenschaftlern zufolge abgeraten werden. Die Ergänzung der Behandlung mit dem VEGFR-Tyrosinkinase-Inhibitor Tivozanib durch Nivolumab brachte bei Patienten, die bereits zuvor einen Immuncheckpoint-Inhibitor erhalten hatten, keinen Vorteil gegenüber der Tivozanib-Monotherapie.

Für das seltene Nierenzellkarzinom mit Fumarathydratase-Defizienz haben chinesische Wissenschaftler offenbar eine Option und einen Biomarker gefunden: Laut ihrer Studie ist die Aktivierung von Gedächtnis- und Effektor-T-Zellen mit dem Ansprechen auf eine Kombinationstherapie aus Immun-Checkpoint-Inhibitor und Tyrosinkinase-Inhibitor verbunden.

Neuigkeiten zur Prostatakarzinom-Diagnostik gibt es aus Österreich: Ein Forschungsteam der MedUni Wien hat mithilfe von maschinellem Lernen ein neues Verfahren entwickelt, um das Risiko einer Prostatakrebserkrankung zu beurteilen. Ob sich der aufwendige Ansatz aus Biopsie plus Multi-Omics mit einer AUC von 0,87 gegenüber 0,75 mit der alleinigen Biopsie aber durchsetzen wird, bliebt abzuwarten.

Nicht durchsetzen konnten sich bei den Verhandlungen zum Orientierungspunktwert offenbar die niedergelassenen Ärzte. Die Steigerung um 3,85 Prozent sei „ein Schlag ins Gesicht der ambulant tätigen Fachärztinnen und Fachärzte Deutschlands“, schäumt der Berufsverband der Deutschen Urologie. Die Patienten müssten sich auf „unvorstellbar lange Wartezeiten“ einstellen, so die dystopische Aussicht.

Lesen Sie mehr in den einzelnen Berichten.

Eine schöne und erfolgreiche Woche wünscht Ihnen

   

   Ihr
   Markus Schmitz
   Dipl.-Biol. Redaktion Urologie

 

 
 
ESMO 2024: Erfolg mit sukzessiver Gabe zweier Klassiker beim metastasierten Nierenzellkarzinom

ESMO 2024: Erfolg mit sukzessiver Gabe zweier Klassiker beim metastasierten Nierenzellkarzinom

Eine klinische Studie der Phase I/II für Patienten mit metastasiertem klarzelligen Nierenzellkarzinom hat gezeigt, dass ein neuartiges Behandlungsschema mit zwei älteren Wirkstoffen das progressionsfreie Überleben (PFS) im Vergleich zu einer Behandlung mit einem alleinigen Wirkstoff mehr als verdoppelt.

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Aktuelle Print/ePaper-Ausgabe:

In der Kongressausgabe der Urologischen Nachrichten zum 76. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Urologie e.V. vom 25.–28. September 2024 in Leipzig finden Sie 28 Autorenbeiträge zu Vorträgen aus allen Bereichen des Kongresses: vom State of the Art in der multimodalen Therapie des lokal fortgeschrittenen Prostatakarzinoms bis hin zu neuester Forschung zu onkolytischen Viren und innovativen Konzepten mit T-Lymphozyten. Auch operative Themen wie die radikale Zystektomie, lange Harnröhrenstrikturen und Induratio penis plastica haben ihren Platz. Nicht zuletzt werfen Hybrid-DRGs und Künstliche Intelligenz neue Fragen auf. DGU-Präsident Prof. Jürgen Gschwend steht in einem ausführlichen Interview zu wissenschaftlichen und berufspolitischen Fragen Rede und Antwort.

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ESMO Congress 2024: Wiederholte ICI-Therapie bei fortgeschrittenem Nierenkrebs nicht zu empfehlen

Von einer wiederholten Therapie mit Immuncheckpoint-Inhibitoren (ICI) sollte bei Patienten mit fortgeschrittenem Nierenzellkarzinom abgeraten werden. Das zeigt eine Studie des Dana-Farber Cancer Institute, die auf dem ESMO Congress 2024 vorgestellt wurde.

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Biomarker für mögliche Kombinationstherapie bei seltenem Nierenkrebs

Biomarker für mögliche Kombinationstherapie bei seltenem Nierenkrebs

Beim Nierenzellkarzinom (RCC) mit Fumarathydratase(FH)-Defi­zienz ist die Aktivierung von Gedächtnis- und Effektor-T-Zellen mit dem Ansprechen auf eine Kombinationstherapie aus Immun-Checkpoint-Inhibitor (ICI) und Tyrosinkinase-Inhibitor (TKI) verbunden. Das haben chinesische Wissenschaftler herausgefunden.

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Prostatakrebs: Neues KI-Modell zur Risikobeurteilung integriert Biopsie und Multi-Omics

Ein Forschungsteam der MedUni Wien (Österreich) hat mithilfe von maschinellem Lernen (ML) ein neues Verfahren entwickelt, um das Risiko einer Prostatakrebserkrankung zu beurteilen. Der Ansatz bezieht zahlreiche Parameter ein und hat sich gegenüber der alleinigen Beurteilung des Gleason-Grades anhand von Prostatabiopsien (bxGG) als überlegen erwiesen.

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Unsere Auswahl: Aktuelles aus internationalen Journals

Die potenziellen Vorteile einer gleichzeitigen Statinbehandlung bei Patienten mit nichtmuskelinvasivem Blasenkrebs (BJU Int 10.09.2024)

En-bloc-Resektion im Vergleich zur konventionellen Resektion eines primären Blasentumors (eBLOC): Eine prospektive, multizentrische, offene, randomisierte kontrollierte Phase-III-Studie (Eur Urol Oncol 2023;6(5):508-515)

Anpassung der Sprache bei der Kommunikation über die Urogenitalfunktion gegenüber Patienten mit neu diagnostiziertem Prostatakrebs, um Diskussionen in unterschiedlichen Bevölkerungsgruppen zu erleichtern und Barrieren in Bezug auf die Gesundheitskompetenz zu überwinden (Cancer 10.09.2024)

 
 
 
BvDU wütend über Erhöhung des Orientierungswertes um 3,85 Prozent

BvDU wütend über Erhöhung des Orientierungswertes um 3,85 Prozent

Der Berufsverband der Deutschen Urologie (BvDU) zeigt sich in einer aktuellen Mitteilung höchst unzufrieden mit der Erhöhung des Orientierungswertes um 3,85 Prozent. Die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) und der GKV-Spitzenverband haben diese Steigerung am 16.09.2024 beschlossen.

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WEITERE NACHRICHTEN:

Nur knapp 50 Prozent der Niedergelassenen planen, ihre Praxis bis zum altersbedingten Übergang fortzuführen.
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Im September 2024 führt die Berliner Charité ihr 
Nierentransplantationsprogramm am
Campus Virchow Klinikum zusammen.
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TERMINE:

Leuchttürme der Uro-Onkologie
18.10.2024
Rostock

19. Tagung der Arbeitsgemeinschaft niedergelassener Urologen (AGNU) e.V.
18.-20.10.2024
Esslingen

5. Tag der Urologie in München
19.10.2024
München

 
 

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