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Liebe Leserinnen und Leser des Kompakt Urologie,
eine dysfunktionale oder vom Krebs zerfressene Blase durch ein Transplantat ersetzen, ohne einen mehr oder weniger problematischen Ersatz aus Darmabschnitten zu benötigen – wäre das nicht eine schöne Vorstellung? Tatsächlich haben US-Urologen jetzt die erste Harnblase in einen Patienten verpflanzt. Die Mediziner sehen die Harnblase bereits auf der Liste zukünftig transplantabler Organe. Doch so einfach ist die Sache nicht: Die Blase liegt tief im Körper verborgen und ist mit einem komplizierten Gefäß- und Nervengeflecht verbunden. Zudem müssen die Patienten für den Ersatz dieses im Prinzip nicht lebensnotwendigen Organs lebenslang eine Immunsuppression auf sich nehmen. Deutsche Experten lassen sich in ihrer Einschätzung daher vom Enthusiasmus ihrer US-Kollegen nicht anstecken und sehen den Eingriff als „absolute Nische“ (Prof. Johannes Huber, Heidelberg) und „rein experimentellen Ansatz“ (Prof. Peters Albers, Düsseldorf). Schließlich handelte es sich bei dem Patienten auch um einen Mann, der ohnehin eine Nierentransplantation brauchte und die Blase quasi als Bonus mitverpflanzt bekam.
Und die weltbewegenden Transplantationsnachrichten aus den USA reißen nicht ab: Ein Team von New Yorker Chirurgen hat in einer „außerordentlich risikoreichen und komplexen 22-stündigen Operation“ Herz, Leber und Nieren auf einmal verpflanzt.
Von den absoluten Nischeneingriffen zum alltäglichen urologischen Handwerk: Mit welcher Operation behandelt man Patienten mit Benigner Prostata-Hyperplasie am besten? Die Holmium-Laser-Enukleation der Prostata zeigte sich in einer systematischen Übersichtsarbeit mit Metaanalyse der roboterassistierten einfachen Prostatektomie überlegen.
Erfahren Sie in unserem Newsletter schließlich noch, was die Anordnung bestimmter Gene mit einer speziellen Form des Nierenzellkarzinoms zu tun hat.
Eine aufschlussreiche Lektüre und eine gute Woche wünscht Ihnen
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