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Liebe Leserinnen und Leser des Kompakt Urologie,
bekommen zu wenige Patienten mit einem muskelinvasiven Harnblasenkarzinom eine neoadjuvante Chemotherapie vor der Zystektomie? Eine aktuelle Studie aus Innsbruck (Österreich) erweckt diesen Eindruck. Denn bevor ein Patient eine platinhaltige Chemotherapie erhalten kann, muss erst seine Nierenfunktion überprüft werden – und das geschieht üblicherweise anhand des Blutserums. Die Uro-Onkologen aus Innsbruck stellten jedoch fest, dass bei mehr Patienten eine ausreichende Nierenfunktion nachweisbar war, wenn die Ärzte den 24-Stunden-Urin zugrunde legten.
Eine heilige Kuh stoßen Uro-Onkologen aus den USA um: Sie behandelten Patienten, die nach Prostatektomie ein PSA-Rezidiv mit hohem Risiko entwickelten, mit Olaparib ohne begleitende Androgendeprivationstherapie (ADT). Die Ergebnisse waren gut bei Patienten, die tatsächlich eine Mutation in den Genen der DNA-Reparatur mithilfe der homologen Rekombination aufwiesen. Bisher galt die ADT als „Backbone“ jeder Therapie des fortgeschrittenen Prostatakarzinoms. Sie dem Patienten zu ersparen, könnte die Lebensqualität verbessern. Die Hormonabhängigkeit des Prostatakarzinoms, auf der die Therapie beruht, ist seit Charles B. Huggins ein unumstößlicher Glaubenssatz der Uro-Onkologie. Bis ADT-freie Therapien tatsächlich eine Option werden, dürften daher noch viele GnRH-Agonisten und Antiandrogene durch das Patientenblut geflossen sein.
Humane Papillomviren (HPV) werden im Allgemeinen mit Krebs in Verbindung gebracht. Doch Hochrisiko-HPV-Varianten könnten Männer auch unfruchtbar machen, wie aktuelle Forschung zeigt. Umso dringender müsste die HPV-Impfung auch bei Jungen vorangetrieben werden.
Zum Schluss noch eine aktuelle Meldung für diejenigen unter Ihnen, die in Teams der ambulanten spezialfachärztlichen Versorgung (ASV) arbeiten: Hier hat der Gemeinsame Bundesausschuss einige Bestimmungen gelockert.
Viel Spaß beim Lesen und eine gute Woche wünscht Ihnen
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