Ausgabe 17/2026

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Donnerstag, 23. April 2026

Liebe Leserinnen und Leser,

die Gebührenordnung für Tierärzte (GOT) liefert weiterhin Diskussionsstoff. In einer aktuellen Mitteilung spricht sich die Bundestierärztekammer (BTK) dafür aus, die GOT im Zuge der anstehenden Evaluation sachgerecht weiterzuentwickeln – nicht aber, sie im Kern infrage zu stellen. Denn sie schützt in aller erster Linie die Tierhaltenden, so die BTK. Besser begründbar als eine einmalige Anhebung wäre sicher eine regelmäßige jährliche Anpassung der Gebührenhöhe: „Denn planbare, schrittweise Anpassungen schützen Tierhaltende besser als sprunghafte Erhöhungen nach langen Zeiträumen.“ Tatsächlich hatte der sprunghafte Anstieg der GOT im Jahr 2022 viele Tierhaltende unvorbereitet getroffen. Und wenn wir uns den Standpunkt des Deutschen Tierschutzbundes ansehen, stellen wir fest, dass dieser vieles ähnlich sieht. So betrachtet der Tierschutzbund nicht die Änderungen der GOT als Auslöser des Grundproblems: Die GOT sei eine wichtige Maßnahme, um Tierarztpraxen, Kliniken und Notdienste flächendeckend zu erhalten. Weil sie aber mit höheren Kosten etwa für Futter und Energie zusammenfiel, habe sie Tierheime, Tierschutzvereine und Tierhalter hart getroffen. Doch es liegt in keines Tierarztes Interesse, dass ausgerechnet die Tierheime die gestiegenen Tierarztkosten ausbaden müssen. Ich denke, da sind sich alle Beteiligten einig. Tierheime und Tierärzte sitzen im gleichen Boot. Sie wollen, dass es Tieren gut geht.

Meines Erachtens ist der Staat hier in der Pflicht, einen Ausgleich zu schaffen. Und zwar nicht, indem er die GOT abschafft, sondern indem er die Tierheime unterstützt. Eine zentrale Frage ist doch, wie die Leistungsfähigkeit von Tierarztpraxen aufrechterhalten werden kann und gleichzeitig der Tierschutz gestärkt wird. Wäre die Einführung staatlich vorgeschriebener Tierkrankenversicherungen nicht ein guter Hebel? Die Verantwortung bei denen belassen, bei denen sie letzten Endes liegen muss: Bei den Menschen, die sich für die Haltung eines Tieres entschieden haben. Eine Studie der Vetmeduni Wien (Österreich) bringt hier einen interessanten Aspekt mit in die Debatte ein. Das internationale Team von Wissenschaftlern hat festgestellt, dass nicht das Einkommen darüber entscheidet, ob Tierhaltende in die Behandlung ihres Tieres investieren, sondern in aller erster Linie die Tierliebe.

Darüber hinaus, was können Tierärzte tun, um sich ins rechte Licht zu setzen, wie dies den humanmedizinschen Kollegen so vortrefflich gelingt? Braucht es die Realität ebenso maximal verklärende Fernsehserien? Manchmal frage ich mich, was wäre, wenn alle Tierärzte an einem einzigen Tag ihre Tätigkeit niederlegen würden und in den Streik gingen? Von der Lebensmittelüberwachung bis hin zur Notfallversorgung für den Hamster? Von den Veterinärämtern bis in die Forschungseinrichtungen? Dann würde klar werden, wieviel Arbeit Tierärzte tagtäglich stemmen und auch wieviel ein einzelner im Stande ist zu leisten. Ist es nicht an der Zeit, Tierärzten die Anerkennung zukommen zu lassen, die sie verdienen? In Worten, in Zahlen, aber vor allem in mitmenschlichem Respekt.

Ich wünsche Ihnen eine gute Lektüre und eine sonnige Woche!


  Ihre
  Sigrun Grombacher
  Redakteurin Kompakt VetMed
  Tierärztin

 

 
 
Statement der Bundestierärztekammer zur GOT

Statement der Bundestierärztekammer zur GOT

Die durch die Gebührenordnung für Tierärzte (GOT) verbindlichen Gebühren sichern Qualität, Transparenz und Versorgung von Tieren und schützen somit vor allem auch die Tierhaltenden, wie die Bundestierärztekammer (BTK) in einer aktuellen Mitteilung darlegt.

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Audiatur et altera pars: Höhere Tierarztkosten belasten Tierheime

Im Jahr 2022 sind die Gebühren für die Behandlung von Tieren geändert worden. Das hat spürbare Auswirkungen, wie eine Umfrage des Tierschutzbundes zeigt. Vielleicht könnten fest verankerte Sonderregelungen für Tierschutzeinrichtungen die Situation verbessern?

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Zum World Liver Day 2026: Chronisch immunmediierte Hepatitis beim Hund

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Ein 9-jähriger Mischlingsrüde wurde mit persistierend erhöhten Leberenzymen und Gewichtsverlust in der Tierklinik Hofheim vorgestellt. Tierärztin Katrin Kremer beschreibt Diagnostik und Therapie eines Falles von chronisch immunmediierter Hepatitis.

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Unsere Auswahl: Aktuelles aus internationalen Journals

Mit Hyperthyreose assoziierte paroxysmale Dyskinesie bei sieben Katzen: neue Manifestation einer metabolischen Enzephalopathie.
J Vet Intern Med 2026;40(1):aalaf007.

Zungeninfarkt bei Verdacht auf linguale arterielle Thromboembolie bei einer Katze mit hypertropher Kardiomyopathie.
JFMS Open Rep 2026;12(1):20551169261433274.

Häufigkeit portosystemischer Shunts in finnischen Zwergschnauzer-Würfen.
Acta Vet Scand 2026;68(1):17.

Zwei Fälle primärer Leber-Neoplasien bei jungen Pferden: Diagnostische Herausforderungen und klinische Implikationen.
J Equine Vet Sci 2026;158:105783.

 
 

Canine Otitis externa: Neue Erkenntnisse zu Malassezia pachydermatis

Mutationen in einem Schlüsselprotein machen Malassezia pachydermatis, eine Hefe, die bei Hunden mit häufigen Entzündungen des äußeren Gehörgangs vorkommt, resistenter gegen die zur Behandlung eingesetzten topischen Antimykotika.

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Auch Tierärzte freuen sich, wenn ihre Leistungen wertgeschätzt werden

Auch Tierärzte freuen sich, wenn ihre Leistungen wertgeschätzt werden

Tierärztinnen und Tierärzte leisten täglich einen unverzichtbaren Beitrag für die Tiergesundheit, die Lebensmittelsicherheit und den Schutz der öffentlichen Gesundheit. Im Notfall sind sie auch nachts und am Wochenende für ihre Patienten da.

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KURZMELDUNGEN:

Der Verband der Zoologischen Gärten (VdZ) fordert nationale Impfstrategien für Zootiere.
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Wegen Trichinen-Funden bei Wildschweinen sind Jäger in Brandenburg zu erhöhter Wachsamkeit aufgerufen.
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Für Tiermedizinische Fachangestellte (TFA) tritt zum 1. Mai 2026 ein neuer Gehaltstarifvertrag in Kraft.
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Eine neue Studie zeigt, dass Dürre den Fortpflanzungserfolg von Hummelvölkern erheblich reduziert. Das bedroht die Bestäubungssicherheit.
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TERMINE:

Vor der Analyse zählt: Präanalytik für Hämatologie und Kotdiagnostik
29. April 2026
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Juvenile Zahnerkrankungen bei Hund und Katze
20. Mai 2026
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HNO- und Kopf-Hals-Chirurgie bei Kleintieren
29.-30. Mai 2026
Tuttlingen

26. DGVD Jahrestagung
12.-14. Juni 2026
Düsseldorf

 
 

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