|
Liebe Leserinnen und Leser,
bislang gab es für die geographische Atrophie, die fortgeschrittene Spätform der altersabhängigen Makula-degeneration (AMD), in Europa keine zugelassene Therapie. In den USA sind mit Pegcetacoplan und Avacincaptad Pegol bereits zwei Wirkstoffe von der FDA zugelassen worden. Zwar können auch diese Behandlungen die Erkrankung nicht heilen, sie verlangsamen jedoch das Fortschreiten des Sehverlustes.
Nun gibt es positive Nachrichten aus dem Universitätsklinikum Bonn: Ein neuartiges Netzhautimplantat zur Behandlung der geographischen Atrophie hat die europäische Zulassung erhalten. Das System kann die Sehschärfe betroffener Patientinnen und Patienten signifikant verbessern und eröffnet damit erstmals auch in Europa eine neue therapeutische Option für Menschen mit dieser bislang nicht behandelbaren Erkrankung.
Auch aus der Ophthalmochirurgie gibt es interessante Neuigkeiten: Eine klinische Studie aus dem Vereinigten Königreich zeigte, dass eine frühzeitig durchgeführte Vitrektomie bei akuter postoperativer Endophthalmitis zu einer etwa dreifach stärkeren Verbesserung des Sehvermögens führte als die herkömmliche antibiotische Behandlung. Zudem setzte die Visusverbesserung früher ein. Darüber hinaus wurden unter der frühen Vitrektomie weniger schwerwiegende unerwünschte Ereignisse sowie weniger Netzhautablösungen beobachtet. Als wesentliche Einschränkung der Studie nennen die Autoren jedoch die geringe Teilnehmerzahl.
Aber auch aus der Grundlagenforschung gibt es wieder spannende Erkenntnisse – diesmal rund um die Photorezeptoren. So konnten US-amerikanische Forschende zeigen, dass Photorezeptoren über ein eigenes internes Recycling-System verfügen, das für ihre Funktion und ihr Überleben essenziell ist. Dabei scheint das Enzym PIKfyve eine zentrale Rolle zu spielen. Wissenschaftler aus Japan wiederum untersuchten Zapfenphotorezeptoren von Makaken und fanden heraus, dass der Austausch von lediglich drei Aminosäuren ausreicht, um die Unterschiede in der Wahrnehmung von rotem und grünem Licht zu erklären.
Lesen Sie hierzu und zu anderen Themen mehr in unserem heutigen Newsletter.
|