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Liebe Leserinnen und Leser,
Diabetes mellitus erhöht unter anderem das Risiko für eine diabetische retinale Neurodegeneration (DRN). Da die Erkrankung in frühen Stadien meist symptomlos verläuft, wird sie häufig erst diagnostiziert, wenn bereits irreversible Netzhautschäden vorliegen. Forschende des Guangdong Provincial Clinical Research Center for Ocular Diseases in China haben daher ein KI-gestütztes Vorhersagemodell namens „Pro-DRN“ entwickelt, das eine frühzeitige Risikoeinschätzung ermöglichen soll. Mithilfe von Blutplasmaproben identifizierte das Forschungsteam 71 Plasmaproteine, die mit einer DRN assoziiert sind. Auf Grundlage der gemessenen Proteinkonzentrationen und unter Einsatz von Methoden des maschinellen Lernens entstand das Prognosemodell Pro-DRN, das bereits online verfügbar ist. Es soll Ärzten ermöglichen, das individuelle Erkrankungsrisiko von Patienten abzuschätzen, noch bevor erste klinische Symptome auftreten.
Verätzungen der Augenoberfläche durch alkalische Substanzen, die unter anderem in Baustoffen wie Kalk, Gips oder Zement sowie in zahlreichen Reinigungsmitteln vorkommen, stellen einen absoluten augenärztlichen Notfall dar. Da Laugen fettlöslich sind, können sie sehr schnell in das Gewebe eindringen und dort schwere Schäden verursachen. Die Folgen reichen von Narbenbildung, ausgeprägten Hornhauttrübungen oder Hornhautulzera bis hin zur Erblindung. Um die Reaktion von Hornhaut- und Limbusgewebe auf Alkaliverletzungen besser zu verstehen, haben Forschende aus China das zelluläre Ökosystem der Hornhaut detailliert kartiert. Dabei zeigte sich, dass sich nach einer chemischen Verätzung sowohl die Häufigkeit als auch der Transkriptionsstatus wichtiger Hornhautzellpopulationen, darunter Limbusstammzellen, Keratozyten und vaskuläre Endothelzellen, deutlich veränderten. Die Verletzung durch alkalische Stoffe hatte eine kombinierte Störung der Stammzellfunktion, eine Umgestaltung des Endothels sowie der VEGF-Signalwege zur Folge. Nach Einschätzung der Forschenden weisen diese Befunde auf eine tiefgreifende Umgestaltung der Hornhautmikroumgebung infolge einer Alkali-Verätzung hin.
Aus der Politik: Der Berufsverband der Augenärztinnen und Augenärzte Deutschlands (BVA) hat sich kritisch zum Referentenentwurf des Gesetzes für Daten und digitale Innovationen im Gesundheitswesen geäußert. Der BVA sieht erhebliche Risiken für die ärztliche Unabhängigkeit und den Schutz sensibler Patientendaten und fordert deshalb grundlegende Nachbesserungen.
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