Ausgabe 24/2026

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Dienstag, 09. Juni 2026

Liebe Leserinnen und Leser,

Diabetes mellitus erhöht unter anderem das Risiko für eine diabetische retinale Neurodegeneration (DRN). Da die Erkrankung in frühen Stadien meist symptomlos verläuft, wird sie häufig erst diagnostiziert, wenn bereits irreversible Netzhautschäden vorliegen. Forschende des Guangdong Provincial Clinical Research Center for Ocular Diseases in China haben daher ein KI-gestütztes Vorhersagemodell namens „Pro-DRN“ entwickelt, das eine frühzeitige Risikoeinschätzung ermöglichen soll. Mithilfe von Blutplasmaproben identifizierte das Forschungsteam 71 Plasmaproteine, die mit einer DRN assoziiert sind. Auf Grundlage der gemessenen Proteinkonzentrationen und unter Einsatz von Methoden des maschinellen Lernens entstand das Prognosemodell Pro-DRN, das bereits online verfügbar ist. Es soll Ärzten ermöglichen, das individuelle Erkrankungsrisiko von Patienten abzuschätzen, noch bevor erste klinische Symptome auftreten.

Verätzungen der Augenoberfläche durch alkalische Substanzen, die unter anderem in Baustoffen wie Kalk, Gips oder Zement sowie in zahlreichen Reinigungsmitteln vorkommen, stellen einen absoluten augenärztlichen Notfall dar. Da Laugen fettlöslich sind, können sie sehr schnell in das Gewebe eindringen und dort schwere Schäden verursachen. Die Folgen reichen von Narbenbildung, ausgeprägten Hornhauttrübungen oder Hornhautulzera bis hin zur Erblindung. Um die Reaktion von Hornhaut- und Limbusgewebe auf Alkaliverletzungen besser zu verstehen, haben Forschende aus China das zelluläre Ökosystem der Hornhaut detailliert kartiert. Dabei zeigte sich, dass sich nach einer chemischen Verätzung sowohl die Häufigkeit als auch der Transkriptionsstatus wichtiger Hornhautzellpopulationen, darunter Limbusstammzellen, Keratozyten und vaskuläre Endothelzellen, deutlich veränderten. Die Verletzung durch alkalische Stoffe hatte eine kombinierte Störung der Stammzellfunktion, eine Umgestaltung des Endothels sowie der VEGF-Signalwege zur Folge. Nach Einschätzung der Forschenden weisen diese Befunde auf eine tiefgreifende Umgestaltung der Hornhautmikroumgebung infolge einer Alkali-Verätzung hin.

Aus der Politik: Der Berufsverband der Augenärztinnen und Augenärzte Deutschlands (BVA) hat sich kritisch zum Referentenentwurf des Gesetzes für Daten und digitale Innovationen im Gesundheitswesen geäußert. Der BVA sieht erhebliche Risiken für die ärztliche Unabhängigkeit und den Schutz sensibler Patientendaten und fordert deshalb grundlegende Nachbesserungen.

Lesen Sie hierzu und zu anderen Themen mehr in unserem heutigen Newsletter.

Eine interessante Lektüre wünschen Ihnen

   Ihr
   Dieter Kaulard
   und
   Ihre
   Sandy Schulz

 

 
 
DRN: KI-gestützter Bluttest könnte Früherkennung verbessern

DRN: KI-gestützter Bluttest könnte Früherkennung verbessern

Ein durch Künstliche Intelligenz (KI) unterstütztes Modell, das auf der Analyse von 71 Blutproteinen basiert, könnte das Risiko einer diabetischen Netzhautdegeneration frühzeitig vorhersagen. Dadurch ließen sich gefährdete Patienten möglicherweise bereits erkennen, bevor erste Symptome auftreten.

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Mehr Flexibilität durch monatliche Anwendung

EYLEA 8 mg bietet neue Flexibilität: Die IVOM-Therapie mit Aflibercept 8 mg kann nach dem Upload mit 3 monatlichen Injektionen auch in 1-Monats-Abständen fortgesetzt werden. Damit wird eine patientenindividuelle Behandlung mit Intervallen von 1 bis zu 6 Monaten möglich*. EYLEA 8 mg ist für alle etablierten Therapieschemata wie T&E, PRN oder 3er-Serien etc. flexibel einsetzbar.

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Alkali-Verätzungen der Hornhaut: Einzelzellkartierungen zeigen verstärktes VEGF-Kommunikationsnetzwerk

Eine Studie aus China hat das Ökosystem der Hornhaut nach Alkali-Verätzung kartiert. Dabei deckten die Forschenden einen multizellulären Krankheitsprozess auf, in dessen Mittelpunkt eine verstärkte VEGF-Signalübertragung steht.

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KI: Neuer Trainingsansatz stärkt künstliche Sehsysteme

KI: Neuer Trainingsansatz stärkt künstliche Sehsysteme

Künstliche Intelligenz (KI) wird immer größer, datenhungriger und rechenintensiver. Doch eine neue Studie der Universität Osnabrück zeigt: Für robustes Sehen ist größer nicht immer besser. Entscheidend kann vielmehr sein, wie ein KI-System lernt.

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Unsere Auswahl: Aktuelles aus internationalen Journals

Subklinische periphere Gefäßpermeabilität bei Uveitis im Zusammenhang mit demyelinisierenden Erkrankungen.
Am J Ophthalmol 02.06.2026

Vergleich von biometrischen Messungen mittels spektralbereichsbasierter optischer Kohärenztomographie mit der optischen Biometrie mittels partieller Kohärenzinterferometrie.
BMC Ophthalmol 03.06.2026

Umbau des Hornhautepithels nach laserrefraktiver Chirurgie mit perioperativer Behandlung mit intensiv gepulstem Licht.
Eur J Ophthalmol 02.06.2026

Lesen Sie hier das aktuelle Editorial unseres Fachexperten (surgical) Dr. Detlef Holland.

 
 

Chancen und Risiken von Routinedaten in der Medizin

Routinemäßig erhobene Gesundheitsdaten – „Routinely Collected Data“ (RCD) – sind zunehmend für die Forschung verfügbar. Aber wie lassen sich diese Routinedaten am besten nutzen? Ein neuer Leitfaden gibt umfassende Empfehlungen.

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Digitalisierungspläne: BVA kritisiert Referentenentwurf des GeDIG

Digitalisierungspläne: BVA kritisiert Referentenentwurf des GeDIG

Im Hinblick auf den Referentenentwurf des Gesetzes für Daten und digitale Innovationen im Gesundheitswesen (GeDIG) warnt der Berufsverband der Augenärztinnen und Augenärzte Deutschlands (BVA) vor Untergrabung der Autonomie der Ärzte.

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KURZMELDUNGEN:

Die Anforderungen an die Datenübertragung werden auch im Gesundheitsbereich immer höher. Forschende der Technischen Universität München haben gezeigt, wie künftige 6G-Netze Rechenleistung und Netzwerkressourcen intelligent steuern könnten. So könnten bis zu 40 Prozent mehr medizinische Anwendungen gleichzeitig und zuverlässig betrieben werden.
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Pro Retina Deutschland machte anlässlich des Tages zur Sehbehinderung auf die Lebensrealität von Menschen mit Seheinschränkungen aufmerksam. Die Selbsthilfeorganisation fordert mehr Verständnis, konsequente Barrierefreiheit und eine stärkere Einbeziehung Betroffener, damit gesellschaftliche Teilhabe für alle selbstverständlich wird.
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Mit der neu geschaffenen Else-Kröner-Professur für Translationale Ophthalmologie soll die Entwicklung optogenetischer Therapien zur Behandlung von Blindheit entscheidend vorangebracht werden. Als erster von vier Professurinhabern hat PD Dr. Christian van Oterendorp die neue Position an der Klinik für Augenheilkunde der Universitätsmedizin Göttingen angetreten.
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TERMINE:

Dardenne OCT-Kurs Webinar
12. Juni 2026
online

IUSG-Webinar 54: Dots from the Middle East
13. Juni 2026
online

38. Internationaler Kongress der Deutschen Ophthalmochirurgie
18.–20. Juni 2026
Nürnberg

Tagung der Gesellschaft für Strabologie, Neuroophthalmologie und Kinderophthalmologie 2026
26.–27. Juni 2026
Bonn

40th World Ophthalmology Congress
26.–29. Juni 2026
Prag (Tschechien)

 
 

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