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Liebe Leserinnen und Leser,
Morbus Sjörgen ist eine chronische Autoimmunerkrankung, bei der das Immunsystem vor allem körpereigene exokrine Drüsen angreift. Trockene Augen und ein trockener Mund sind daher die Leitsymptome. Die Erkrankung ist nicht heilbar und bislang existiert auch keine gezielte Therapie. Die Behandlung des Sjörgen-Syndroms beschränkt sich deshalb auf eine Linderung der Beschwerden. Das könnte sich künftig jedoch ändern.
Forschende des Universitätsklinikums Bonn haben gemeinsam mit Wissenschaftlern der Universitäten Bonn, Edinburgh und Newcastle herausgefunden, dass eine Fehlregulation des Entzündungsbotenstoffs Interferon Alpha an der Entstehung des Sjögren-Syndroms beteiligt sein könnte. Darüber hinaus identifizierten sie zwei unterschiedliche Subtypen der Erkrankung. Diese unterscheiden sich klinisch nicht, weisen jedoch unterschiedliche Interferon-Alpha-Spiegel sowie charakteristische Protein-Signaturen auf. Diese Ergebnisse eröffnen die Möglichkeit, Patienten mit erhöhten Interferon-Alpha-Spiegeln künftig gezielt mit Wirkstoffen zu behandeln, die die Interferon-Wirkung hemmen. Die Forschenden hoffen, so zumindest einem Teil der Erkrankten eine Therapie anbieten zu können.
Interessante Neuigkeiten gibt es auch aus der Grundlagenforschung: Forschende aus Kanada haben mithilfe moderner Bildgebungsverfahren ein bislang unbekanntes Lymphgefäßsystem im Augenhintergrund entdeckt. Dieses bisher verborgene Abflusssystem könnte Flüssigkeiten und Stoffwechselabfällen einen Weg aus dem Auge in das Lymphsystem des Körpers bieten. Diese Erkenntnisse könnten neue Ansatzpunkte für die Entwicklung von Therapien bei Erkrankungen wie Glaukom, altersbedingter Makuladegeneration und anderen Netzhauterkrankungen liefern, die mit Flüssigkeitsansammlungen und der Anhäufung von Stoffwechselabfällen in Zusammenhang stehen.
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