Ausgabe 31/2026

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Dienstag, 28. Juli 2026

Liebe Leserinnen und Leser,

Morbus Sjörgen ist eine chronische Autoimmunerkrankung, bei der das Immunsystem vor allem körpereigene exokrine Drüsen angreift. Trockene Augen und ein trockener Mund sind daher die Leitsymptome. Die Erkrankung ist nicht heilbar und bislang existiert auch keine gezielte Therapie. Die Behandlung des Sjörgen-Syndroms beschränkt sich deshalb auf eine Linderung der Beschwerden. Das könnte sich künftig jedoch ändern.

Forschende des Universitätsklinikums Bonn haben gemeinsam mit Wissenschaftlern der Universitäten Bonn, Edinburgh und Newcastle herausgefunden, dass eine Fehlregulation des Entzündungs­botenstoffs Interferon Alpha an der Entstehung des Sjögren-Syndroms beteiligt sein könnte. Darüber hinaus identifizierten sie zwei unterschiedliche Subtypen der Erkrankung. Diese unterscheiden sich klinisch nicht, weisen jedoch unterschiedliche Interferon-Alpha-Spiegel sowie charakteristische Protein-Signaturen auf. Diese Ergebnisse eröffnen die Möglichkeit, Patienten mit erhöhten Interferon-Alpha-Spiegeln künftig gezielt mit Wirkstoffen zu behandeln, die die Interferon-Wirkung hemmen. Die Forschenden hoffen, so zumindest einem Teil der Erkrankten eine Therapie anbieten zu können.

Interessante Neuigkeiten gibt es auch aus der Grundlagenforschung: Forschende aus Kanada haben mithilfe moderner Bildgebungsverfahren ein bislang unbekanntes Lymphgefäßsystem im Augenhintergrund entdeckt. Dieses bisher verborgene Abflusssystem könnte Flüssigkeiten und Stoffwechselabfällen einen Weg aus dem Auge in das Lymphsystem des Körpers bieten. Diese Erkenntnisse könnten neue Ansatzpunkte für die Entwicklung von Therapien bei Erkrankungen wie Glaukomaltersbedingter Makuladegeneration und anderen Netzhauterkrankungen liefern, die mit Flüssigkeitsansammlungen und der Anhäufung von Stoffwechselabfällen in Zusammenhang stehen.

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   Ihre
   Sandy Schulz

 

 
 
Morbus Sjögren: Präzisionstherapie für Autoimmun-Erkrankung in Sicht

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Der Entzündungs-Botenstoff Interferon-Alpha kann die Sjögren-Krankheit auslösen. Das zeigt eine aktuelle Studie des Universitätsklinikums Bonn (UKB) sowie der Universitäten Bonn, Edinburgh und Newcastle.

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POLO: Lymphgefäßnetz im Augenhintergrund entdeckt

Ein neu entdecktes Lymphgefäßnetz könnte unser Verständnis und die Behandlung der häufigsten Ursachen für Erblindung grundlegend verändern.

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Ampyrone als mögliche Therapieoption bei Hypopigmentierungsstörungen

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Ampyrone steigert die Melaninproduktion in Zell- und 3D-Hautmodellen. Der Ansatz könnte neue Therapieoptionen bei Hypopigmentierungsstörungen eröffnen.

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Unsere Auswahl: Aktuelles aus internationalen Journals

Jenseits des Augeninnendrucks: Vaskuläre und metabolische Modifikatoren der Vulnerabilität des Sehnervs beim Glaukom.
Int Ophthalmol 22.07.2026

L-DOPA fördert die neurovaskuläre und synaptische Homöostase nach der Behandlung bei früher diabetischer Retinopathie.
Invest Ophthalmol Vis Sci 01.07.2026

Augenerhaltende Therapien bei frühem cT3c-Retinoblastom.
Ophthalmology 24.07.2026

Lesen Sie hier das aktuelle Editorial unseres Fachexperten (medical) Prof. Uwe Pleyer.

 
 

Resilienz: Besondere Rolle von Sehzentrum und Vorderhirn aufgezeigt

Resilienz ist mit einer effizienteren Verarbeitung visueller Informationen und einer verbesserten Zusammenarbeit von Hirnnetzwerken verbunden, wie eine aktuelle Studie zeigt.

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KI-Methode berechnet Therapieverläufe

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Eine neue KI-Methode gibt Therapieempfehlungen und simuliert die wahrscheinlichen Therapieverläufe. Das System könnte dabei künftig dabei unterstützen, Therapien präziser und nebenwirkungsärmer auf den Krankheitsverläufe abzustimmen.

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KURZMELDUNGEN:

Carsten Linnemann soll Bundesgesundheits­minister werden. Aus der Opposition kommen Skepsis und Befürchtungen.
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Nach Angaben der Deutschen Gesellschaft für Gewebetransplantation ist die Zahl der Augenhornhautspenden in Mecklenburg-Vorpommern im ersten Halbjahr leicht zurückgegangen.
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Um neue Gentherapien sicherer zu machen, entwickelt die Ausgründung BiObservR der Universität Freiburg und des Universitäts­klinikums Freiburg spezielle Testverfahren. Diese sollen prüfen, ob Gentherapien gezielt an der vorgesehenen Stelle im Erbgut wirken oder unbeabsichtigte genetische Veränderungen verursachen.
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TERMINE:

Alpine Phaco Camp
5.–8. August 2026
Ötztal Bahnhof (Österreich)

19. RG nachgefragt: Online-Gespräche der Retinologischen Gesellschaft
19. August 2026
online

Klinischer Nachmittag der Augenheilkunde
21. August 2026
Frankfurt am Main

Fortbildung der Augenklinik Petrisberg
26. August 2026
Trier

33. Jahrestagung der Sachsen-Anhaltisch-Thüringischen Augenärztegesellschaft
28.–29. August 2026
Dessau

 
 

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