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Liebe Leserin, lieber Leser,
in unserem regelmäßig erscheinenden Newsletter geht es dieses Mal um Allergien, Urtikaria und Atopische Dermatitis.
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Ihre Redaktion von Biermann Medizin
Heutiger Schwerpunkt: Allergien/Urtikaria/Atopische Dermatitis
In einer dänischen Kohortenstudie ist der Zusammenhang zwischen einer Urtikaria und dem Krebsrisiko bei 87.507 Patienten über einen Zeitraum von zehn Jahren untersucht worden. Im ersten Jahr nach der Urtikaria-Diagnose wurde ein stark erhöhtes Krebsrisiko festgestellt. Auch in den Folgejahren blieb es erhöht. Diagnostische Maßnahmen könnten das erhöhte Risiko teilweise erklären, doch auch okkulte Krebserkrankungen könnten eine Urtikaria begünstigen.
Gegenstand einer neuen Metaanalyse war der Placebo-Effekt bei chronischer Urtikaria, eingeschlossen in die Auswertung wurden 65 Studien mit insgesamt 10.704 Patienten. Die Ergebnisse zeigen, dass Placebo-Behandlungen den Juckreiz (mäßige Evidenz) sowie allgemeine Symptome und die Lebensqualität (geringe bis mäßige Evidenz) verbessern können. Künftige Forschungen sollten die Einflussfaktoren und Effektstärke des Placebo-Effektes weiter untersuchen.
In einer neuen Veröffentlichung zu Atopischer Dermatitis entwickelten Forschende eine neue Definition des Begriffes „Schub“. Durch eine modifizierte eDelphi-Methode wurden relevante Attribute eines Schubs ermittelt und bewertet. Mehr als 70 Prozent der Teilnehmenden meinen, dass eine patientenzentrierte Definition bei der Kommunikation mit dem Arzt nützlich wäre. Das in der Konsensfindung ermittelte Verständnis des Begriffes „Schub“ könnte zukünftig die Forschung und Versorgung verbessern.
Verschiedene hämatologische Marker bei Patienten mit Atopischer Dermatitis haben die israelischen Autoren einer anderen Arbeit untersucht. In der retrospektiven Kohortenstudie wurden Unterschiede bei mehreren Markern in Abhängigkeit vom Alter und Schweregrad der Erkrankung analysiert. Bestimmte Schwellenwerte der Marker könnten auf ein erhöhtes Risiko für eine schwere Atopische Dermatitis hindeuten und seien für die Behandlung und Nachsorge von Bedeutung, resümieren die Forschenden.
In einer US-amerikanischen Studie schließlich hat man Faktoren untersucht, die die Lebensqualität bei Nahrungsmittelallergien (NAQOL) in verschiedenen Altersgruppen beeinflussen. Die Analyse ergab, dass ein schlechter NAQOL-Wert mit zunehmendem Alter, strengen Vermeidungspraktiken, Reaktionen auf Spuren von Expositionen und schwereren Reaktionen verbunden war. Bei Kindern beeinflusste besonders die Anzahl der gemiedenen Lebensmittel die Lebensqualität, während bei Teenagern und Erwachsenen die Häufigkeit allergischer Reaktionen eine größere Rolle spielte.
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