Nicht alle „IGeL“ sind böse – sagen die Urologen6. Dezember 2024 Symbolbild (KI-generiert): milkyway – stock.adobe.com Die Deutsche Gesellschaft für Urologie (DGU) wirft dem „IGeL-Monitor“ des Medizinischen Dienstes Bund vor, in seinem diesjährigen „IGeL-Report“ die individuellen Gesundheitsleistungen pauschal zu verurteilen. Insbesondere beim PSA-Test beruhe die Einschätzung zudem auf veralteten Daten. „Indem Individuelle Gesundheitsleistungen wiederholt pauschal und undifferenziert als fragwürdig, wenig nützlich und teilweise schädlich diffamiert und Ärztinnen und Ärzten indirekt Angstmacherei aus monetären Interessen unterstellt wird, droht auch die Akzeptanz des PSA-Tests und damit das wichtigste Instrument zur Früherkennung der häufigsten Tumorerkrankung des Mannes Schaden zu nehmen“, sagt der Generalsekretär der DGU, Prof. Maximilian Burger. Die „tendenziell negative“ Bewertung des PSA-Tests durch den IGeL-Monitor kritisiert Burger als veraltet. Der IGeL-Monitor bewertet aktuell 56 Individuelle Gesundheitsleistungen: „positiv“ beurteilt wurde keine Leistung, drei erhielten das Urteil „tendenziell positiv“, 23 IGeL das Ergebnis „unklar“ und weitere 30 Leistungen wurden entweder mit „tendenziell negativ“ oder mit „negativ“ bewertet. Dabei beruft sich der IGeL-Monitor auf wissenschaftliche Evidenz und Leitlinienkonformität. „Im Fall des PSA-Tests beruht die Bewertung allerdings auf veralteten Daten, ist 2012 erstellt und zuletzt 2017 aktualisiert worden. Ignoriert wird zudem, dass laut der aktuellen S3-Leitlinie Prostatakarzinom Männern ab dem 45. Lebensjahr, die nach ergebnisoffener Aufklärung über die Vor- und Nachteile der Früherkennung von Prostatakrebs eine Früherkennungsuntersuchung wünschen, die Bestimmung des PSA-Wertes als Untersuchungsmethode angeboten werden soll“, betont DGU-Präsident Prof. Bernd Wullich und verweist auf das „Positionspapier Risikoadaptierte Prostatakarzinomfrüherkennung 2.0“ der wissenschaftlichen Fachgesellschaft. Darin fordert die DGU, im Einklang mit der EU-Ratsempfehlung (2022/0290[NLE]), die Einführung eines organisierten risikoadaptierten PSA-basierten Prostatakarzinom-Früherkennungsprogramms als Leistung der gesetzlichen Krankenkassen in Deutschland. Der Algorithmus zur PSA-basierten Prostatakarzinomfrüherkennung ermögliche eine moderne Früherkennung, die sowohl zur Senkung der Mortalität und der palliativen Behandlungssituationen als auch der Überdiagnose und Übertherapie des Prostatakarzinoms beiträgt, so Wullich. Dass der PSA-Test bereits jetzt bei einem Verdacht auf ein Prostatakarzinom und bei der Verlaufskontrolle eines Prostatakarzinoms zur Kassenleistung wird, unterstreiche seinen Stellenwert und die Unangemessenheit einer pauschalen Verurteilung aller IGeL. (DGU/ms)
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