Nicht invasive Reizdarm-Syndrom-Diagnostik mittels Urintest?12. Juli 2019 Urinprobe (Foto: © Csaba Deli/Adobe Stock) Wissenschaftler der McMaster University haben neue Biomarker für das Reizdarm-Syndrom (RDS) im Urin identifiziert, die zu besseren Therapien führen und den Bedarf an kostspieligen und invasiven Koloskopieverfahren verringern könnten, die derzeit für die Diagnose verwendet werden. Über die Ursachen des RDS ist wenig bekannt. „Die Diagnostik beim RDS umfasst einen langen Prozess des Ausschlusses anderer verwandter wie zum Beispiel entzündlicher Darmerkrankungen“, erklärt Philip Britz-McKibbin, Hauptautor der Studie und Professor am McMaster Department of Chemistry and Chemical Biology. „Unsere Absicht war es herausfinden, ob es eine bessere Methode zur Diagnose und Kontrolle des RDS gibt, bei der invasive Koloskopieverfahren vermieden werden und die uns gleichzeitig bessere Einblicke in die zugrunde liegenden Mechanismen gibt“, sagt er. Die Forscher untersuchten Profile von Stoffwechselprodukten in denen Urinproben von RDS-Patienten und gesunden Kontrollpersonen und verglichen diese miteinander. Die Wissenschaftler entdeckten dabei erstmals unterschiedliche Stoffwechsel-Signaturen, die bei den RDS-Patienten erhöht waren. Philip Britz-McKibbin, Hauptautor der Studie und Professor un Department of Chemistry and Chemical Biology an der McMaster University. (Foto: © JD Howell, McMaster University) Verschiedene Metaboliten standen im Zusammenhang mit einem stärkeren Kollagenabbau und Erneuerungsprozessen die Darmmukosa betreffend, die wahrscheinlich auf eine leicht entzündliche Erkrankung zurückzuführen waren. Die Forscher glauben, dass diese Ergebnisse auch eine routinemäßige Überwachung der Therapie von RDS-Patienten und die Beurteilung diätetischer oder medikamentöser Interventionen in deren Wirksamkeit ermöglichen könnten. Die Wissenschaftler arbeiten gerade daran, noch weitere neue Biomarker im Urin zu identifizieren, mithilfe derer bei Kindern ein Morbus Crohn von einer Colitis ulcerosa unterschieden werden könnte. Sie hoffen, dass sich so künftig Koloskopien insgesamt vermeiden lassen können.
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