Niedergelassene warnen: Finger weg von unseren Terminen!7. November 2024 Symbolbild.©kebox-stock.adobe.com Im Rahmen der Digitalisierungsgesetze plant der Gesetzgeber über Eingriffe in digitale Terminvergabesysteme die eigenständige Terminvergabe der Praxen einzuschränken. Die Praxen könnten gar verpflichtet werden, Terminkontingente abzutreten. Diese Eingriffe lehnen die niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte kategorisch ab. Im aktuellen Gesundheits-Digitalagentur-Gesetz ist geplant, dass Kassen und Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) Terminbuchungsplattformen durch vereinbarte Standards vereinheitlichen und standardisieren (§ 370c). Dabei soll insbesondere ein „bedarfsgerechter und diskriminierungsfreier Zugang“ sichergestellt werden. „Das heißt nichts anderes, als dass Kassen und KBV zukünftig die Kriterien für die Terminvergabe definieren“, kommentiert der Bundesvorsitzende des Virchowbundes, Dr. Dirk Heinrich. „Sie bestimmen – ohne medizinisches Wissen – wer wann wo welche Termine erhält. Einzelne Patientengruppen, aber auch Selbstzahler oder Privatpatienten könnten ganz von dieser Form der Terminvergabe ausgeschlossen werden.“ Viel weiter gehen noch die Forderungen der Kassen: In einem Positionspapier des GKV-Spitzenverbandes wird gar gefordert, bis zu 75 Prozent der Arzttermine verpflichtend über diese standardisierten Terminvergabesysteme zu vergeben. Die Kassen selbst räumen sich sogar ein Zugriffsrecht auf diese dann zentral verfügbaren Termine ein. „Das ist sowohl ein massiver Eingriff in die berufliche Freiheit als auch in die Eigentumsverhältnisse von Praxisinhabern“, erklärt Dr. Heinrich. „Der Praxisarzt verliert die Möglichkeit, flexibel Termine für eigene Patienten zu vergeben.“ Zudem bleibt die Situation der Terminschwänzer, der so genannten „No-shows“ ungelöst. Bislang schon werden rund 20 Prozent der online vereinbarten Termine ohne Absage versäumt. Dies wird mit dem Gesetzesvorhaben weiter zunehmen und die Organisation in den Praxen weiter erschweren. Dr. Heinrich warnt: „Finger weg von unseren Terminen. Diese Vorhaben machen aus dem Vertragsarzt in freier Praxis einen Staatsmediziner unter der Kontrolle staatlicher Regulierungsbehörden.“
Mehr erfahren zu: "„Das Mindset muss sich ändern“" „Das Mindset muss sich ändern“ Die weltpolitische Lage mit Konflikten und Kriegen allerorts und insbesondere der nahe Krieg in der Ukraine verändern auch die Medizin tiefgreifend. Kriegsbedingte Versorgungsfragen verrücken den medizinischen Alltag und erfordern eine […]
Mehr erfahren zu: "Glaukom: Statine könnten das Erkrankungsrisiko senken" Glaukom: Statine könnten das Erkrankungsrisiko senken Die Einnahme von Statinen steht im Zusammenhang mit einem geringeren Risiko, an einem Glaukom zu erkranken. Zudem könnte die Wahrscheinlichkeit für ein Fortschreiten der Erkrankung herabgesetzt werden. Darauf deuten die […]
Mehr erfahren zu: "Termingarantie? Koalition ringt um „gesetzlich oder privat“" Termingarantie? Koalition ringt um „gesetzlich oder privat“ Für die gesetzlichen Krankenkassen sind bessere Bedingungen für Versicherte bei der Terminvergabe „überfällig“. In der schwarz-roten Koalition werden Rufe nach Änderungen dringlicher. Kommt das duale System von gesetzlicher und privater […]