Nieren- und urologische Komplikationen bei Chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen

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Die Belastung durch Nieren- und urologische Komplikationen bei Patienten mit Chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen (CED) ist nach wie vor unzureichend beschrieben. Schwedische Wissenschaftler analysierten nun die Assoziation zwischen der Entwicklung von CED (als zeitlich variierende Exposition) und den relativen Risiken, die Diagnose einer chronischen Nierenkrankheit (CKD), einer akuten Nierenschädigung (AKI) oder von Nierensteinen zu erhalten und eine klinisch relevante Abnahme der geschätzten glomerulären Filtrationsrate (eGFR) zu erfahren (CKD-Progression; Kompositum aus Nierenversagen oder einer eGFR-Abnahme ≥30%).

Überprüft wurden 1.682.795 Personen, die in Stockholm, Schweden, medizinische Dienstleistungen in Anspruch genommen hatten. Die Studienautoren quantifizierten die absoluten 5- und 10-Jahres-Risiken für diese Komplikationen in einer parallel angepassten Kohorte von CED-Fällen und zufälligen Kontrollpersonen, die hinsichtlich ihres Geschlechts, Alter und eGFR gematched worden waren (1:5).

Während einer medianen Dauer von 9 Jahren entwickelten 10.117 der Teilnehmer eine CED. Das Auftreten einer CED war vs. die Zeit, in der keine CED vorlag, mit einem höheren Risiko nierenbezogener Komplikationen assoziiert: Die HR betrug 1,24 (95%-KI 1,10–1,40) für eine CKD-Diagnose und 1,11 (95%-KI 1,00–1,24) für das Fortschreiten der CKD. Was die absoluten Risiken betrifft, so waren 11,8% der CED-Patienten innerhalb von 10 Jahren von einem CKD-Ereignis betroffen. Davon erhielten 6,4% eine CKD-Diagnose und bei 7,9% kam es zu einer CKD-Progression.

Die Risiken für AKI (HR 1,97; 95%-KI 1,70–2,29; absolutes 10-Jahres-Risiko 3,6%) und Nierensteine (HR 1,69; 95%-KI 1,48–1,93; absolutes 10-Jahres-Risiko 5,6%) waren ebenfalls erhöht. Dabei war das Risiko bei Morbus Crohn und Colitis ulcerosa vergleichbar.

Fazit
Die Ergebnisse demonstrieren, dass >10% der Patienten mit CED innerhalb von 10 Jahren nach der Diagnose eine CKD entwickeln, wobei viele von ihnen nicht durch diagnostische Codes identifiziert wurden. Dies verdeutlicht auch im Zusammenhang mit dem erhöhten AKI- und Nierensteinrisiko nach Ansicht der Autoren die Notwendigkeit etablierter Protokolle für die Überwachung der Nierenfunktion und die Überweisung an nephro­logische bzw. urologische Einrichtungen für CED-Patienten. (bi)

Autoren: Yang Y et al.
Korrespondenz: Yuanhang Yang; [email protected].
Studie: Absolute and Relative Risks of Kidney and Urological Complications in Patients With IBD
Quelle: Am J Gastroenterol 2024;119(1):138–146.
Web: https://doi.org/10.14309/ajg.0000000000002473