Nieren- und urologische Komplikationen bei Chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen17. Juni 2024 © Peakstock – stock.adobe.com (Symbolbild) Die Belastung durch Nieren- und urologische Komplikationen bei Patienten mit Chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen (CED) ist nach wie vor unzureichend beschrieben. Schwedische Wissenschaftler analysierten nun die Assoziation zwischen der Entwicklung von CED (als zeitlich variierende Exposition) und den relativen Risiken, die Diagnose einer chronischen Nierenkrankheit (CKD), einer akuten Nierenschädigung (AKI) oder von Nierensteinen zu erhalten und eine klinisch relevante Abnahme der geschätzten glomerulären Filtrationsrate (eGFR) zu erfahren (CKD-Progression; Kompositum aus Nierenversagen oder einer eGFR-Abnahme ≥30%). Überprüft wurden 1.682.795 Personen, die in Stockholm, Schweden, medizinische Dienstleistungen in Anspruch genommen hatten. Die Studienautoren quantifizierten die absoluten 5- und 10-Jahres-Risiken für diese Komplikationen in einer parallel angepassten Kohorte von CED-Fällen und zufälligen Kontrollpersonen, die hinsichtlich ihres Geschlechts, Alter und eGFR gematched worden waren (1:5). Während einer medianen Dauer von 9 Jahren entwickelten 10.117 der Teilnehmer eine CED. Das Auftreten einer CED war vs. die Zeit, in der keine CED vorlag, mit einem höheren Risiko nierenbezogener Komplikationen assoziiert: Die HR betrug 1,24 (95%-KI 1,10–1,40) für eine CKD-Diagnose und 1,11 (95%-KI 1,00–1,24) für das Fortschreiten der CKD. Was die absoluten Risiken betrifft, so waren 11,8% der CED-Patienten innerhalb von 10 Jahren von einem CKD-Ereignis betroffen. Davon erhielten 6,4% eine CKD-Diagnose und bei 7,9% kam es zu einer CKD-Progression. Die Risiken für AKI (HR 1,97; 95%-KI 1,70–2,29; absolutes 10-Jahres-Risiko 3,6%) und Nierensteine (HR 1,69; 95%-KI 1,48–1,93; absolutes 10-Jahres-Risiko 5,6%) waren ebenfalls erhöht. Dabei war das Risiko bei Morbus Crohn und Colitis ulcerosa vergleichbar. Fazit Die Ergebnisse demonstrieren, dass >10% der Patienten mit CED innerhalb von 10 Jahren nach der Diagnose eine CKD entwickeln, wobei viele von ihnen nicht durch diagnostische Codes identifiziert wurden. Dies verdeutlicht auch im Zusammenhang mit dem erhöhten AKI- und Nierensteinrisiko nach Ansicht der Autoren die Notwendigkeit etablierter Protokolle für die Überwachung der Nierenfunktion und die Überweisung an nephrologische bzw. urologische Einrichtungen für CED-Patienten. (bi) Autoren: Yang Y et al. Korrespondenz: Yuanhang Yang; [email protected]. Studie: Absolute and Relative Risks of Kidney and Urological Complications in Patients With IBD Quelle: Am J Gastroenterol 2024;119(1):138–146. Web: https://doi.org/10.14309/ajg.0000000000002473
Mehr erfahren zu: "Experimentelle Studie: Erhöhte Darmpermeabilität könnte Lebensmittelallergien verstärken" Experimentelle Studie: Erhöhte Darmpermeabilität könnte Lebensmittelallergien verstärken In einer kürzlich publizierten Studie haben deren Autoren festgestellt, dass Veränderungen des Darmmikrobioms bei Mäusen mit einer erhöhten Darmdurchlässigkeit („Leaky Gut“) sowie mit einer zunehmend starken Lebensmittelallergie in Zusammenhang standen.
Mehr erfahren zu: "KBV-Konzept: „eÜberweisung muss effizient und ohne Mehraufwand funktionieren“" KBV-Konzept: „eÜberweisung muss effizient und ohne Mehraufwand funktionieren“ Die KBV unterstützt die Einführung der elektronischen Überweisung (eÜberweisung), die mit dem geplanten Gesetz für Daten und digitalen Innovationen im Gesundheitswesen (GeDIG) kommen soll. Sie hat dazu ein eigenes Konzept […]
Mehr erfahren zu: "Trumps Handelspolitik gefährdet Arzneimittelversorgung und Pharmaproduktion" Trumps Handelspolitik gefährdet Arzneimittelversorgung und Pharmaproduktion Der Interessensverband Pharma Deutschland hat „das Wirrwarr“ um die Zollregelungen für Arzneimittel und pharmazeutische Wirkstoffe kritisiert.