Nierentransplantation: Torque-Teno-Virus kann auf maligne postoperative Erkrankungen hinweisen9. April 2026 Foto: © luuuusa/stock.adobe.com Eine hohe Last an TT-Virus (TTV) – ein Indikator für starke Immunsuppression – könnte ein Prädiktor für Malignität nach einer Nierentransplantation sein. Darauf deuten Ergebnisse einer neuen Studie der Medizinischen Universität Wien (Österreich) hin. Maligne Erkrankungen, die durch die Folgen der Immunsuppression bedingt sind, stellen eine häufige Komplikation nach Nierentransplantation dar, erklären die Autoren. Das weit verbreitete und nicht-pathogene TT-Virus (TTV) hat sich als Indikator für den Immunstatus des Wirts erwiesen. Frühere Studien brachten die TTV-Viruslast mit unzureichender und übermäßiger Immunsuppression und damit indirekt mit Transplantatabstoßung und -infektion in Zusammenhang, heißt es weiter. Der Zusammenhang zwischen TTV und malignen Erkrankungen bei Nierentransplantierten sei jedoch noch nicht geklärt, so die Forscher. Neue Erkenntnisse liefert nun ihre aktuelle Studie, die in der Fachzeitschrift „Nephrology Dialysis Transplantation“ veröffentlicht wurde. Kutanes Keratinozytenkarzinom festgestellt In dieser prospektiven, monozentrischen Beobachtungsstudie untersuchten die Wissenschaftler 428 Patienten, die sich zwischen 2016 und 2019 einer Nierentransplantation unterzogen hatten. Das TT-Virus quantifizierten sie mittels qPCR im Plasma. Der primäre Endpunkt war das Auftreten der ersten malignen Erkrankung in den Jahren zwei bis fünf nach der Transplantation. Insgesamt entwickelten 53 Patienten eine maligne Erkrankung (53 % kutanes Keratinozytenkarzinom). Die mittlere log10-TTV-Last in den Monaten vier bis zwölf nach der Transplantation (logTTVm4–12) war mit einem erhöhten Malignitätsrisiko assoziiert. In einer Subgruppe blieb das Ergebnis nach zusätzlicher Adjustierung für die Exposition gegenüber Tacrolimus und Mycophenolat unverändert. Patienten mit einem logTTVm4–12-Wert über acht, einem von uns zuvor vorgeschlagenen Grenzwert zur Indikation eines Infektionsrisikos, wiesen eine HR von 2,10 auf. Personalisierung der Therapie im Fokus Diese Ergebnisse deuten laut dem Forscherteam um Erstautor Carsten T Herz darauf hin, dass eine hohe TTV-Last – ein Indikator für starke Immunsuppression – ein Prädiktor für Malignität nach Nierentransplantation ist. Die Überwachung der TTV als Marker für Immunsuppression könnte eine neue Strategie zur Personalisierung der Immunsuppressionstherapie und zur Reduzierung des Krebsrisikos darstellen, betonen Forscher abschließend. (ri/BIERMANN)
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