Nutri-Score motiviert Lebensmittelhersteller zu gesünderen Produkten27. September 2019 Illustration: © amine1976, AdobeStock Die Lebensmittelampel Nutri-Score motiviert Lebensmittelhersteller, ihre Produkte gesünder zu gestalten. Das zeigt sich gerade in Frankreich: Die Supermarktkette Intermarché hat angekündigt, die Rezepturen von über 900 Eigenprodukten zu verändern – so dass diese die Nutri-Score-Bewertung A, B oder C bekommen (gesundheitlich sehr günstig bis mittelmäßig). Zeitgleich senkt die belgische Supermarktkette Delhaize die Preise für 100 Produkte mit Nutri-Score A und B um 20 bis 50 %. „Der Nutri-Score löst offenbar im Ausland einen Innovations- und Marketingschub in Richtung gesunde Ernährung aus“, sagt Barbara Bitzer, Sprecherin der Deutschen Allianz Nichtübertragbare Krankheiten. „Genau diesen brauchen wir auch in Deutschland dringend.“ In Deutschland hat sich gerade mit dem Unternehmen HAK ein weiterer Lebensmittelhersteller zum Nutri-Score bekannt. Auch Aldi Schweiz hat angekündigt, ab 2020 den Nutri-Score auf seinen Eigenmarken einzuführen. Damit ist Deutschland demnächst geradezu umzingelt vom Nutri-Score. Dennoch erwägt Ernährungsministerin Julia Klöckner weiterhin die Option, in Deutschland ein eigenes, einfarbiges Label einzuführen. „Frau Klöckner sollte die Macht des Faktischen anerkennen“, sagt Bitzer, „der Nutri-Score ist das Label, das sich europaweit bei den Unternehmen durchsetzt und sogar kreativ genutzt wird. Zudem bringt er genau die Innovationen bei Fertigprodukten, die die Ministerin auch für Deutschland erreichen möchte.“ Über 35 wissenschaftliche Studien zeigen, dass der Nutri-Score von den Verbrauchern am besten verstanden wird und am stärksten dazu führt, dass diese gesündere Produkte einkaufen. „Auch die Hersteller und Supermärkte erkennen immer mehr die Chancen, die sich aus dem Nutri-Score ergeben“, sagt Bitzer, „umso bedauerlicher ist es, dass der Lebensmittelverband Deutschland diesen Trend verpasst.“
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