Obstruktive Schlafapnoe: Alleinige Tonsillektomie wirkt bei Subpopulation

Ziel einer aktuell veröffentlichten Studie US-amerikanischer HNO-Ärzte ist die Klärung der Frage, ob allein die Tonsillektomie als effektive Behandlungsform bei obstruktiver Schlafapnoe bei Erwachsenen mit tonsillärer Hypertrophie gelten kann.

Bei der Untersuchung handelte es sich um eine Fallserie unter Einbeziehung geplanter Erhebungsabläufe in einer akademischen Klinik. Zwischen Januar 2011 und Januar 2016 erfüllten 34 Patienten die Einschlusskriterien und unterzogen sich der genannten Behandlung. Die Patienten füllten prä- sowie postoperativ verschiedene Fragebögen zur Lebensqualität aus, wozu der Insomnia Severity Index, die Epworth Sleepiness Scale sowie der Functional Outcomes of Sleep Questionnaire-10 zählten.

Das Ansprechen auf die chirurgische Behandlung wurde als Abnahme um mindestens 50 % im Apnea-Hypopnea Index festgelegt, sowie als Abnahme im allgemeinen Apnea-Hypopnea Index bis <20. Zur Untersuchung der einzelnen Variablen wurde der Wilcoxon-Rangsummentest eingesetzt. Die Probanden wurden außerdem ihrem Body-Mass-Index gemäß in drei Subgruppen unterteilt und die entsprechenden Variablen ebenfalls mittels Wilcoxon-Rangsummentest evaluiert.

Die Autoren konnten signifikante Unterschiede bzgl. des Apnea-Hypopnea-Indexes ausmachen: dieser betrug präoperativ 31,57, postoperativ jedoch nur noch 8,12. Im Anschluss an die Tonsillektomie verbesserten sich alle von Seiten der Patienten berichteten Behandlungsergebnisse signifikant. Nach Stratifizierung aller Variablen bezüglich des Behandlungsergebnisses (Apnea-Hypopnea Index, Epworth Sleepiness Scale, Insomnia Severity Index sowie Functional Outcomes of Sleep Questionnaire-10) nach Geschlecht und Tonsillengröße ergab sich kein statistisch signifikanter Unterschied zwischen den Subgruppen.

Die Ansprechrate auf die chirurgische Intervention betrug 78 %. Die Autoren ziehen das Fazit, dass die Tonsillektomie als wirksame Behandlungsmethode bei obstruktiver Schlafapnoe gelten kann, zumindest bei einer ausgewählten Population erwachsener Patienten mit tonsillärer Hypertrophie. (am)

Quelle: Smith et al. Otolaryngol Head Neck Surg. 2017 Aug;157(2):331-335.

 

 

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