Ohne klare Strukturen bleibt eine Patientensteuerung in der Notfallversorgung Stückwerk25. August 2025 Dirk Heinrich, Bundesvorsitzender des Virchowbundes. Foto: © Virchowbund / Lopata Der Spitzenverband Fachärztinnen und Fachärzte Deutschlands (SpiFa) fordert Anpassungen in der geplanten Notfallreform. Es fehle eine Regelung, die ausschließe, dass Kliniken nach Inkrafttreten der Reform ihre Notaufnahmen weiterhin ohne ein vorgeschaltetes Integriertes Notfallzentrum (INZ) betreiben dürften. Die Notfallreform soll eigentlich Patientinnen und Patienten schon beim Erstkontakt zielgerichtet in die passende Versorgungsebene leiten – etwa die Haus- oder Facharztpraxis, die Notaufnahme oder eine spezialisierte Klinik, konstatiert der SpiFa. Seiner Sicht nach werde diese Art der Steuerung nur funktionieren, wenn Patientinnen und Patienten verstünden, dass dies der einzig gangbare Weg in einem medizinischen Notfall ist. Denn bleibt der direkte Zugang zu Notaufnahmen ohne vorgeschaltetes INZ bestehen, erläutert der Spitzenverband, entstehen unkontrollierte Patientenströme, eine fortbestehende unnötige Belastung der Notaufnahmen mit nicht-dringlichen Fällen, längere Wartezeiten für echte Notfälle und insgesamt Mehrkosten für das Gesundheitssystem durch ineffiziente Behandlungswege. Der SpiFa fordert daher, dass der Betrieb von Notaufnahmen in der Notfallreform zwingend an das Vorhalten eines INZ gekoppelt wird. Nur so ließen sich Kapazitäten schützen, Wartezeiten reduzieren und die Versorgung echter Notfälle sichern. „Eine Notaufnahme ohne vorgeschaltetes INZ ist wie ein Flughafen ohne Sicherheitskontrolle – jeder kann rein, egal ob er dort hingehört oder nicht”, sagt Dr. Dirk Heinrich, Vorstandsvorsitzender des SpiFa. Eine effektive Steuerung von Patientinnen und Patienten brauche geschlossene, klare Zugangswege und sie könne nur wirken, wenn sie für alle gilt – auch für Kliniken, die bisher ohne INZ arbeiten, so Heinrich weiter. „Ohne eine entsprechende Regelung in der Notfallreform bleibt diese nur Stückwerk.“
Mehr erfahren zu: "DDG fordert Kostenübernahme von Adipositasmedikamenten für Risikopatienten" DDG fordert Kostenübernahme von Adipositasmedikamenten für Risikopatienten Moderne Medikamente können bei Adipositas nicht nur das Körpergewicht reduzieren, sondern auch das Risiko schwerer Folgeerkrankungen senken. Dennoch müssen Betroffene die Behandlung bislang meist selbst bezahlen. Die Deutsche Diabetes Gesellschaft […]
Mehr erfahren zu: "Helfen ergonomische Maßnahmen gegen arbeitsplatzbedingte Schmerzen?" Helfen ergonomische Maßnahmen gegen arbeitsplatzbedingte Schmerzen? Ein aktualisierter Cochrane-Review ergab bei Personen mit arbeitsbedingten Beschwerden in Nacken, Schultern oder Armen keinen klaren kurzfristigen Nutzen für ergonomische Maßnahmen. Die Evidenz ist jedoch nur von geringer bis moderater […]
Mehr erfahren zu: "Machtmissbrauch im Krankenhaus: Leitbild als Ausgangspunkt für Kulturwandel" Machtmissbrauch im Krankenhaus: Leitbild als Ausgangspunkt für Kulturwandel Acht Verbände setzen ein Zeichen gegen Machtmissbrauch im Krankenhaus: Ein gemeinsames Leitbild für Respekt, Sicherheit und Gleichbehandlung soll Ausgangspunkt eines nachhaltigen Kulturwandels sein.