OPAL-Studie: Keine Opioide bei akuten Kreuz- und Nackenschmerzen14. Dezember 2023 © nenetus – stock.adobe.com (Symbolbild) Opioide sollten bei akuten unspezifischen Kreuz- oder Nackenschmerzen nicht empfohlen werden. Zu diesem Schluss gelangt die OPAL-Studiengruppe auf Grundlage ihrer 3-fach-verblindeten, placebokontrollierten, randomisierten Studie, in welcher sie keinen signifikanten Unterschied in der Schmerzintensität im Vergleich zu Placebo feststellen konnte. An OPAL nahmen zwischen 2016 und 2022 insgesamt 347 Personen (49% weiblich) teil, die sich mit ≤12 Wochen andauernden Kreuz- oder Nackenschmerzen (oder beidem) von mindestens mittlerem Schweregrad in einer von 157 Primärversorgungszentren oder Notaufnahmen in Sydney (Australien) vorstellten. Die Teilnehmer wurden nach dem Zufallsprinzip entweder einer leitliniengerechten Behandlung plus Opioid (Oxycodon-Naloxon, bis zu 20 mg Oxycodon/Tag oral; n=174) oder einer leitliniengerechten Behandlung und einem identischen Placebo (n=173) für bis zu 6 Wochen zugewiesen. Der primäre Endpunkt war die Schmerzstärke nach 6 Wochen, gemessen mit der 10-Punkte-Schmerzstärken-Subskala des Brief Pain Inventory. Die Auswertung erfolgte bei allen infrage kommenden Teilnehmern, die ≥1 Schmerzwert nach der Randomisierung lieferten. Bis zur 6. Woche hatten 33 (19%) Teilnehmer in der Opioidgruppe und 25 (15%) in der Placebogruppe die Studie abgebrochen, weil sie die Nachbeobachtung verpassten oder ausschieden. In die Primäranalyse wurden somit 151 Teilnehmer der Opioidgruppe und 159 der Placebogruppe einbezogen. Der mittlere Schmerzwert (±Standardfehler) nach 6 Wochen betrug 2,78 ±0,20 in der Opioidgruppe gegenüber 2,25 ±0,19 in der Placebogruppe (bereinigte mittlere Differenz 0,53; 95%-KI 0,00–1,07; p=0,051). Die Sicherheit bewertete die Forschungsgruppe bei allen nach dem Zufallsprinzip zugewiesenen teilnahmeberechtigten Probanden. Demnach berichteten in der Opioidgruppe 61 Patienten (35%) über ≥1 unerwünschtes Ereignis vs. 51 (30%) in der Placebogruppe (p=0,30). Opioidbedingte unerwünschte Ereignisse traten in der Verumgruppe jedoch häufiger auf, zum Beispiel berichteten 13 (7,5%) Teilnehmer in der Opioidgruppe über Verstopfung vs. 6 (3,5%) in der Placebogruppe. Fazit Opioide sollten bei akuten unspezifischen Kreuzschmerzen oder Nackenschmerzen nicht empfohlen werden, da kein signifikanter Unterschied in der Schmerzstärke im Vergleich zu Placebo festgestellt werden konnte, resümieren die Studienautoren. (ah) Autoren: Jones CMP et al. Korrespondenz: Chung-Wei Christine Lin; [email protected] Studie: Opioid analgesia for acute low back pain and neck pain (the OPAL trial): a randomised placebo-controlled trial Quelle: Lancet 2023;402(10398):304–312. Web: https://doi.org/10.1016/S0140-6736(23)00404-X
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