Opioide zur Behandlung chronischer Schmerzen30. April 2019 © Aleksej – fotolia.com Ein internationales Forscherteam wertete in einer Meta-Analyse 96 randomisierte klinische Studien (RCTs) mit insgesamt 26.169 Patienten mit chronischen Nicht-Tumorschmerzen (cNTS) aus. Demnach führt die Opioid-Anwendung im Vergleich zu Placebo zu einer signifikanten, aber geringen Schmerzlinderung und Verbesserung der physischen Funktionsfähigkeit. Im Vergleich mit Nicht-Opioid-Analgetika scheint der Nutzen für Schmerzen und Funktionsfähigkeit ähnlich zu sein. Für die Studie untersuchten Erstautor Jason W. Busse vom Michael G. DeGroote Institute for Pain Research and Care, McMaster University, Hamilton (Kanada), und Kollegen verschiedene Datenbanken bis April 2018 nach RCTs zu Opioiden für cNTS im Vergleich zu einer Nicht-Opioid-Kontrolle. Zur Datenanalyse wurden Zufallseffektmodelle verwendet und die Qualität der Evidenz wurde anhand des „Grading of Recommendations Assessment, Development and Evaluation (GRADE)“-Konzepts bestimmt. Die primären Endpunkte waren Schmerzintensität (Visuelle Analogskala für Schmerzen [VAS] 0–10 cm; niedriger ist besser und minimaler bedeutsamer Unterschied [MID] beträgt 1 cm), physische Funktionsfähigkeit (36-item Short Form physical component score [SF-36 PCS] 0–100 Punkte; höher ist besser und MID ist 5 Punkte) und Häufigkeit von Erbrechen. Von den 96 inkludierten Studien behandelten 25 Studien neuropathische Schmerzen, 32 nozizeptive Schmerzen, 33 zentrale Sensibilisierung (Schmerzen ohne vorliegenden Gewebeschaden) und 6 gemischte Schmerztypen. Verglichen mit einem Placebo war die Opioidverwendung mit einer reduzierten Schmerzintensität (gewichteter Mittelwert [GMW] –0,69 cm; 95%-Konfidenzintervall [KI] –0,82 bis 0,56), einer verbesserten physischen Funktionsfähigkeit (GMW 2,04 Punkte; 95%-KI 1,41–2,68) und vermehrtem Erbrechen (5,9% mit Opioiden vs. 2,3% mit Placebo für Studien, die Patienten mit Nebenwirkungen während der Eingewöhnungsphase ausschlossen) assoziiert. Evidenz niedriger bis mittlerer Qualität deutet darauf hin, dass Opioide ähnlich stark zu Verbesserungen bei Schmerzen und körperlicher Funktion beitragen wie Nicht-Opioid-Analgetika (Schmerz: GMW –0,60 cm; 95%-KI –1,54 bis 0,34; physische Funktion: GMW –0,90 Punkte; 95%-KI -2,69 bis 0,89), trizyklische Antidepressiva (Schmerzen: GMW –0,13 cm; 95%-KI –0,99 bis 0,74; physische Funktion: GMW –5,31 Punkte; 95%-KI –13,77 bis 3,14) und Antikonvulsiva (Schmerzen: GMW –0,90 cm; 95%-KI –1,65 bis –0,14; physische Funktion: GMW 0,45 Punkte; 95%-KI –5,77 bis 6,66). Fazit In der Meta-Analyse ergaben sich Hinweise, dass Opioide im Vergleich zu Placebo mit signifikanten, jedoch geringfügigen Verbesserungen der Schmerzen und der physischen Funktionsfähigkeit sowie mit einem erhöhten Risiko für Erbrechen verbunden waren. (ah) Autoren: Busse JW et al. Korrespondenz: Jason W. Busse; [email protected] Studie: Opioids for Chronic Noncancer Pain: A Systematic Review and Meta-analysis Quelle: JAMA 2018 Dec 18;320(23):2448–2460 Web: https://doi.org/10.1001/jama.2018.18472
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