Orale Antikoagulation nach Trauma bei Vorhofflimmern sinnvoll?

Herzgesundheit
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Ist es ratsam, bei Patienten mit Vorhofflimmern (VHF) nach einer traumatischen Verletzung wieder mit der oralen Antikoagulation zu beginnen? Dänische Forscher um Dr. Laila Staerk untersuchten die Risiken für Gesamtmortalität, Schlaganfall, schwere Blutungen und erneute traumatische Verletzungen im Zusammenhang mit der Wiederaufnahme von Vitamin-K-Antagonisten (VKA) und nicht VKA oralen Antikoagulanzien (NOAKs) .

Ihre landesweite Register-basierte Studie (2005–16) umfasste 4541 VHF-Patienten mit traumatischen Verletzungen (Hirn-,Torso- oder Bauchverletzung oder Hüftfraktur), die mit oralen Antikoagulanzien (OAC) behandelt worden waren. Wie die Autoren feststellten, nahmen innerhalb von 90 Tagen nach der Entlassung 60,6 % die Einnahme von VKA wieder auf (medianes Alter 80 Jahre, CHA2DS2-VASc: 4, HAS-BLED: 2), 16,7 % nahmen NOAK wieder auf (medianes Alter 81 Jahre; CHA2DS2-VASc: 4, HAS-BLED: 2) und 22,7 % nahmen die OAC-Behandlung nicht wieder auf (media­nes Alter 81 Jahre: CHA2DS2-VASc: 4, HAS-BLED: 3). Ferner beobachteten sie, dass 9,5 % von VKA zu NOAK wechselten und seit 2009 der Trend zur OAC-Wiederaufnahme gestiegen ist (P<0,0001), insbesondere bei NOAKs (P<0,0001).

Die Nachbeobachtung begann 90 Tage nach der Entlassung. Im Vergleich zur Nichtwiederaufnahme war die erneute Einnahme von VKA und NOAK mit einem geringeren Risiko für die Gesamtmortalität (Hazard Ratio [HR] 0,48 [95 %-Konfidenz­intervall [KI] 0,42–0,53] respektive HR 0,55 [95 %-KI 0,47–0,66]) und ischämische Schlaganfälle (HR 0,56 [95 %-KI 0,43–0,72] bzw. HR 0,54 [95 %-KI 0,35–0,82]) verbunden. Allerdings zeigte sich auch, dass sie das Risiko schwerer Blutungen erhöhten (HR 1,30 [95 %-KI 1,03–1,64] bzw. HR 1,15 [95 %-KI 0,81–1,63]). Die Gefahr einer erneuten traumatischen Verletzung fiel hingegen ähnlich aus (HR 0,93 [95 %-KI 0,73–1,18]) bzw. HR 0,87 [95 %-KI 0,60–1,27]).

Fazit
Beginnen VHF-Patienten nach einer traumatischen Verletzung wieder mit der Einnahme von VKA ­respektive NOAK, ist mit einer ­geringeren Gefahr in punkto Gesamtmortalität und ischämische Schlaganfälle zu rechnen, jedoch mit einem erhöhten Risiko für schwere Blutungen, ohne zusätzliche Gefahren durch erneute traumatische Verletzungen.

Autoren: Staerk L et al.
Korrespondenz: [email protected]
Studie: Resumption of oral anticoagulation following traumatic injury and risk of stroke and bleeding in patients with atrial fibrillation: a nationwide cohort study
Quelle: Eur Heart J 2018;39(19):1698–1705a.
Web: dx.doi.org/10.1093/eurheartj/ehx598