Oropharyngeale Karzinome: Zwei Drittel der Patienten sind HPV-positiv16. Februar 2018 Foto: © adiruch na chiangmai – Fotolia.com Eine aktuelle Studie zum Einfluss von HPV auf Häufigkeit des Auftretens und das klinische Erscheinungsbild von oropharyngealen Karzinomen kommt zu dem Schluss, dass HPV-Infektionen für die Mehrzahl neu diagnostizierter Oropharynx-Karzinome verantwortlich sind. Tumoren im Mund- und Rachenbereich werden in vielen Fällen, genau wie der Gebärmutterhalskrebs, mit dem humanen Papilloma-Virus (HPV) in Verbindung gebracht. Das Virus löst das Karzinom zwar nicht aus, ist aber ein wichtiger Begleitfaktor. Vieles, was man heutzutage über die Signifikanz des HPV in Bezug auf oropharyngeale Plattenepithelkarzinome (SCC) weiß, stammt aus restrospektiven Studien von Fällen an einzelnen Institutionen, Post-hoc-Analysen von Gewebeproben aus klinischen Studien oder Gewebebankstudien mit eher geringem Stichprobenumfang. Ziel einer aktuell in „Laryngoscope“ veröffentlichten Studie war die Untersuchung des Einflusses von HPV auf die Häufigkeit des Auftretens und das klinische Erscheinungsbild von oropharyngealen Karzinomen, und zwar in einer großen Auswahl von Patienten mit gesichertem HPV-Status. Die Autoren identifizierten in der National Cancer Database eine umfangreiche Auswahl von 8359 Patienten mit oropharyngealen Karzinomen und bekanntem HPV-Status, deren Krebsdiagnose zwischen 2010 und 2011 stattfand. Zur Untersuchung der Korrelationen von Patienten- und Tumorcharakteristika mit dem HPV-Status wurden eine multivariable logistische Regressionanalyse durchgeführt. Unter den Patienten mit oropharyngealen Tumoren betrug die Häufigkeit von SCC mit HPV-Bezug 65,4 %. HPV-bezogene oropharyngeale Tumore traten häufiger bei jüngeren Patienten auf, ebenso bei Männern und hellem Hauttyp. Ein fortgeschrittenes Stadium des Primärtumors stand mit HPV-negativer Erkrankung in Zusammenhang, während eine zunehmende Involvierung der Lymphknoten mit HPV-positiver Erkrankung verbunden war. Trotz wenig fortgeschrittener Involvierung der Lymphknoten zeigten HPV-negative Tumore schon zum Zeitpunkt der Erstuntersuchung Anzeichen zur Metastasierung. Nach Ansicht der Autoren sind HPV-Infektionen verantwortlich für die Mehrzahl der in den USA neu diagnostizierten oropharyngealen Karzinome; diese Tumoren gehen mit einem bestimmten klinischen Profil einher. (am) Quelle: Stenmark et al. Influence of human papillomavirus on the clinical presentation of oropharyngeal carcinoma in the United States. Laryngoscope. 2017 Oct;127(10):2270-2278.
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