Osteoporose: Screening reduziert Hüftfrakturen9. Oktober 2018 © yodiyim – fotolia.com Ein gemeindebasiertes Screeningprogramm, welches das Frakturrisiko älterer Frauen untersucht, hat sich in Großbritannien als machbar erwiesen und könnte wirksam das Auftreten von Hüftfrakturen verringern. In einer 2-armigen, randomisiert-kontrollierten Studie wurde bei Frauen im Alter von 70–85 Jahren die Standardversorgung mit einem Screeningprogramm mit dem Fracture Risk Assessment Tool (FRAX) verglichen. Die Frauen wurden in 100 Allgemeinarztpraxen in 7 britischen Regionen rekrutiert. Ausgeschlossen wurden Frauen, die Osteoporosemedikamente einnahmen und Frauen, die für die Teilnahme an einer Studie ungeeignet waren, etwa aufgrund einer Demenzerkrankung. Der primäre Endpunkt war der Anteil an Frauen, die im Laufe von 5 Jahren ≥ 1 osteoporotische Frakturen erlitten. In der Screening-Gruppe wurde für die Frauen, bei denen laut FRAX eine hohes Risiko für eine Hüftfraktur bestand, eine Behandlung empfohlen. Insgesamt nahmen 12.483 Frauen an der Studie teil, 6233 von ihnen wurden von April 2008 bis Juli 2009 auf die Screening-Gruppe randomisiert. Eine Behandlungsempfehlung erhielten 898 (14 %) der 6233 gescreenten Frauen. Am Ende von Jahr 1 nahmen in der Screening-Gruppe mehr Frauen Osteoporosemedikamente als in der Kontrollgruppe mit Standardversorgung (15 vs. 4 %). Besonders hoch war die Therapieaufnahme in der Subgruppe, bei der das Screening ein hohes Risiko ergeben hatte (78 % nach 6 Monaten). Das Screening führte weder zu einer Reduktion der Inzidenz aller osteoporosebedingten Frakturen (HR 0,94 [95 %-KI 0,85-1,03]; p=0,178), noch der Gesamtinzidenz aller klinischen Frakturen (0,94 [95 %-KI 0,86–1,03]; p=0,183). Aber das Screening verringerte die Inzidenz von Hüftfrakturen (0,72 [95 %-KI 0,59–0,89]; p=0,002). Weitere sekundäre Endpunkte wie Mortalität, Angst oder Lebensqualität unterschieden sich nicht zwischen den Gruppen. Fazit Ein systematisches, auf Gemeindeebene basierendes Screening-Programm für das Frakturrisiko bei älteren Frauen in Großbritannien ist machbar und könnte zur Verringerung von Hüftfrakturen beitragen, so das Resümee der Studienautoren. Autoren: Shepstone L et al. Korrespondenz: School of Medicine, University of East Anglia, Norwich, Großbritannien Studie: Screening in the community to reduce fractures in older women (SCOOP): a randomised controlled trial Quelle: Lancet 2018 Feb 24;391(10122):741–747. Web: www.thelancet.com/journals/lancet
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