Akute Pankreatitis: Verhindert die Hemmung des Transports von Cathepsin B die Entstehung?27. Juli 2026 Abbildung: Coloures-Pic/stock.adobe.com Wissenschaftler haben einen bislang unbekannten Mechanismus identifiziert, der das Verständnis der akuten Pankreatitis erweitert. Im Mittelpunkt der Untersuchung von Forschenden der Universitätsmedizin Greifswald stand das Protein CLN8. CLN8 ist für den Transport bestimmter Enzyme innerhalb der Zelle verantwortlich. So transportiert es das Enzym Cathepsin B, das letztlich in den Lysosomen landet. Verfrüht kommt es bei einer Pankreatitis jedoch zu einem Zusammentreffen mit dem Verdauungsenzym Trypsinogen: Es wird durch Cathepsin B aktiviert, greift dann das Gewebe an und löst eine Entzündung aus. In der Folge kommt es zu einer destruktiven Selbstverdauung des Organs. Die Annahme zu Beginn der Studie war daher: Wenn CLN8 ausgeschaltet wird, kann Cathepsin B nicht mehr transportiert werden und Trypsinogen aktivieren, sodass die Pankreatitis ausbleibt. Die Untersuchung des Greifswalder Teams wurden von der Deutschen Forschungsgemeinschaft gefördert. Bislang unbekannte Transportwege spielen offenbar eine Rolle „Die Ergebnisse zeigen, dass es trotz des ausgeschalteten Proteins CLN8 zur Pankreatitis kommt“, sagt Prof. Ali A. Aghdassi, Professor für Molekulare Gastroenterologie im Team der Pankreasforschung an der Universitätsmedizin Greifswald. Der Mangel an CLN8 mildere zwar die frühe Phase der Erkrankung, doch fortschreitend verschlechtere sich der Zustand. „In Konsequenz bedeutet das, dass während der akuten Pankreatitis weitere bislang unbekannte Transportwege von Bedeutung sind, die möglicherweise die Krankheit aufrechterhalten. Das ist eine sehr wichtige Entdeckung, der wir uns in Zukunft widmen werden.“Gleichzeitig beobachtete das Forschungsteam um Aghdassi und den Erstautoren der Studie, Dr. Lukas Zierke, aufgrund des Fehlens von CLN8 eine ausgeprägte Stressreaktion in den Zellen. Diese trat im endoplasmatischen Retikulum auf. Wenn dieser Zustand anhält, so die Forschenden, trage dieser selbst zur Schädigung des Gewebes und zu einem schweren Verlauf der Pankreatitis bei. „Das ist wichtig für die Medikamentenentwicklung“, erläutert Aghdassi. „Die Blockade des Transportwegs ist keine Lösung, da sie mit teils schweren Nebenwirkungen verbunden ist.“Bereits vor wenigen Monaten hatte eine Arbeitsgruppe aus Greifswald Ergebnisse aus der Grundlagenforschung zur Pankreatitis veröffentlicht, damals im Journal „Advanced Science“ (wir berichteten). In diesen Untersuchungen zu Immunreaktionen der Bauchspeicheldrüse hatten die Forschenden herausgefunden, dass das Signalmolekül STAT6 die Abwehrreaktion des Pankreas wie ein Schalter reguliert.
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