Paravalvuläres Leck nach Aortenklappenersatz – Gefährdete Patienten vor Eingriff identifizieren9. Mai 2019 Grafik: © Henrie – Fotolia.com PD Dr. Francesco Pollari untersuchte in einer aktuellen Studie den Zusammenhang zwischen einer Transkatheter-Aortenklappenimplantation (TAVI) und paravalvulären Lecks (PVL). Mit dem Ergebnis lassen sich Risikopatienten präoperativ besser identifizieren. Für seine Arbeit wurde der Oberarzt der Klinik für Herzchirurgie, Klinikum Nürnberg, mit dem Förderpreis der Dr. Hans und Dr. Elisabeth Birkner Stiftung ausgezeichnet. Die TAVI ist mittlerweise ein Routineeingriff, der bei ca. 15 Prozent der Patienten paravalvulären Lecks (PVL) mit sich bringt, was mit einer erhöhten Sterblichkeit im Follow-up verbunden ist. Dabei spielt die Verkalkung der Aortenklappe eine wichtige Rolle. In seiner Studie „Risikofaktoren für paravalvuläres Leck nach kathetergestütztem Aortenklappenersatz“ hat Pollari, Facharzt der Klinik für Herzchirurgie, Universitätsklinik der Paracelsus medizinischen Privatuniversität, Klinikum Nürnberg, die Kalklast bei insgesamt 539 Patienten der Klinik von 2009 bis 2016 analysiert. Ziel der Studie war es, die Risikofaktoren für PVL nach TAVI in einer großen Einzelzentrums-Kohorte unter Berücksichtigung klinischer und prozeduraler Faktoren sowie des Kalziumvolumens zu bewerten. Dafür wurden rückwirkend präoperative kontrastmittelverstärkte Multidetektor-Computertomographie (MDCT)-Scans von Patienten analysiert. Die Kalklast wurde sowohl für jede Klappentasche (rechte, linke und akoronare) der Aortenklappe (AV) als auch in der linksventrikulären Ausflussbahn (LVOT) und in der Device-Landungszone (DLZ) berechnet. Die Studie zeigt, dass die Kalklast der Aortenklappe mit PVL nach TAVI assoziiert ist. Das Risiko steigt um 8 Prozent je 100 mm³ Kalklast. Das Ergebnis ist auch klinisch relevant: Unter Berücksichtigung der Verkalkung scheint die ballon-expandierbare Prothese Sapien3 mit einer geringeren Inzidenz von PVL assoziiert zu sein. Für die Studie wurde Pollari mit dem Förderpreis der Dr. Hans und Dr. Elisabeth Birkner Stiftung ausgezeichnet. Mit diesem Preis werden alljährlich fundierte wissenschaftliche Arbeiten mit großer klinischer Bedeutung sowie Innovationen im Bereich der Chirurgie ausgezeichnet. Publikation: Pollari F et al. Risk factors for paravalvular leak after transcatheter aortic valve replacement J Thorac Cardiovasc Surg. 2019;157(4):1406-1415.e3; https://doi.org/10.1016/j.jtcvs.2018.08.085
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