Pflege-Thermometer 2022 zur Situation in der häuslichen Intensivversorgung veröffentlicht11. Juli 2022 Bild: ©momius – stock.adobe.com Das Deutsche Institut für angewandte Pflegeforschung e.V. (DIP) hat mit dem Pflege-Thermometer 2022 die bislang größte Befragung im Feld der häuslichen Intensivversorgung durchgeführt. „Im Zentrum aller Bemühungen steht die Ermöglichung einer guten Lebensqualität bei Sicherung der Selbst- und Mitbestimmung in Fragen der Versorgung und Therapie“, erläutert Prof. Michael Isfort, Leiter der Studie. „Das geht weit über die Sicherstellung der medizinischen oder pflegerischen Versorgung hinaus und bedeutet z.B. soziale Teilhabe und Mobilität zu unterstützen. Der Wunsch, in der eigenen Häuslichkeit zu leben, hat dabei für die betroffenen Menschen Priorität.“ Über ein breites Netzwerk an Selbsthilfegruppen und ambulanten Dienstleistern erfolgten Online-Befragungen in Familien, bei Pflegenden sowie Leitungen von ambulanten Diensten und Einrichtungen. „Insbesondere die Angehörigen müssen zukünftig besser unterstützt werden. Viele übernehmen in vielen Bereichen der Versorgung Aufgaben“, betont Isfort. „Der Fachkräftemangel ist auch in diesem Bereich deutlich zu spüren und belastet die Dienste und Einrichtungen gleichermaßen wie die betroffenen Familien. So müssen sie immer häufiger unbesetzte Versorgungszeiten von Diensten ausgleichen und es wird für sie zugleich schwieriger, Dienste zu wechseln oder eigenes Pflegepersonal zu organisieren“, so Isfort weiter. Als weitere Befunde in der Studie konnten auch die besonderen Herausforderungen der fach- und hausärztlichen Begleitung in diesem Versorgungsbereich identifiziert werden. Zwischen gesetzlichen Anforderungen und realen Möglichkeiten zeigen sich Lücken. Als ein möglicher Lösungsansatz zeigt sich der Einsatz von Digitalisierung und Telemedizin, der bislang nur in geringem Umfang Anwendung findet. Die Studie wurde mit Fördermitteln der Deutschen Gesellschaft für Fachkrankenpflege und Funktionsdienste e.V. (DGF) realisiert. Weitere Co-Förderer sind die Deutsche Fachpflege Gruppe (DFG), Linimed, Opseo sowie Resmed. Unterstützt wurde die bundesweite Studie von zahlreichen Patientenorganisationen, Betroffenenverbänden und Selbsthilfegruppen. Innerhalb der Pflege-Thermometer-Reihe stellt das Pflege-Thermometer 2022 die zehnte Studie dar, die eine Bewertung eines Teilbereichs der pflegerischen Versorgung in Deutschland ermöglicht. Das gemeinnützige DIP finanziert sich (weit überwiegend) aus Projektmitteln. Zu den Förderern und Kooperationspartnern gehören Bundes- und Landesministerien, Stiftungen, Träger von Einrichtungen im Gesundheitswesen, Krankenkassen, Verbände, Kommunen, Hochschulen, wissenschaftliche Institute und weitere Einrichtungen. Zum Angebot des Instituts gehört das gesamte Spektrum der Forschung, Entwicklung, Evaluation, Beratung und wissenschaftlichen Begleitung im Pflege- und Gesundheitswesen.
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