Post-COVID-Kopfschmerz – eine Herausforderung7. Juni 2023 Foto: © Graphicroyalty -stock.adobe.com Neue Erkenntnisse deuten darauf hin, dass bei der Entstehung von Post-COVID-Kopfschmerzen und Migräne entzündliche Prozesse und das angeborene Immunsystem von Bedeutung sind. Die Daten werden auf dem ersten Kopfschmerzkongress der Deutschen Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft (DMKG) vom 30.6. bis 1.7. in Berlin vorgestellt. Bei Patienten mit einer Kopfschmerzvorgeschichte wie Migräne treten Kopfschmerzen während und nach einer akuten COVID-19-Erkrankung intensiver und länger auf. Die Schmerzintensität während der akuten Erkrankung scheint der wichtigste Prädiktor für die Kopfschmerzdauer im folgenden Verlauf zu sein. Prof. Andreas Straube wird auf dem Kopfschmerzkongress neue Daten zur Pathophysiologie des Post-COVID-Kopfschmerzes und zu Migräne vorstellen: „Es ist kürzlich entdeckt worden, dass das angeborene Immunsystem an der Entstehung und Chronifizierung der Migräne beteiligt ist. Das angeborene Immunsystem spielt eine wichtige Rolle bei der Bekämpfung von Infektionen, aber auch bei der Regulation von Entzündungsreaktionen im Körper. Bei Migränepatientinnen und -patienten sind bestimmte entzündungsfördernde Substanzen im Blut erhöht.“ Interessanterweise zeigte sich in einigen Untersuchungen, dass das frühe Auftreten von Kopfschmerzen im Prodromalstadium einer SARS-CoV-2-Infektion mit einer besseren Prognose der COVID-Erkrankung korrelierte. Kopfschmerzen nach einer COVID-19-Impfung waren sogar mit einer robusteren Immunantwort assoziiert, was der Deutschen Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft zufolge darauf hindeutet, dass der physiologische Mechanismus komplex ist. „Spannend ist, welche Mechanismen für eine Entstehung von Kopfschmerzen innerhalb von Stunden nach einer Impfung verantwortlich sein könnte. Das sind ganz neue Überlegungen, die bisher noch nicht untersucht wurden“, erklärt Straube. Betroffene besser behandeln – dank umfassender Fortbildung Menschen, die regelmäßig unter Kopfschmerzen leiden, berichten über eine stark eingeschränkte Lebensqualität. Zugleich fühlen sich Kopfschmerzpatienten häufig mit ihren Beschwerden nicht ernst genommen. Der Kopfschmerzkongress der DMKG vom 30.6. bis 1.7.2023 in Berlin biete hierzu „ein umfassendes Fortbildungsprogramm“, erklärte die Fachgesellschaft. Neben dem Post-COVID-Kopfschmerz informieren Vorträge über Cannabis und Kopfschmerz, neue Impulse aus der Forschung und den aktuellen Stand der Kopfschmerzversorgung in Deutschland. In Workshops kann tiefergehendes Praxiswissen zur multimodalen Therapie bei Erwachsenen, Kindern und Jugendlichen, Entspannungstechniken oder den biopsychosozialen Ursachen und Folgen von Schmerz erlernt werden. Der Kongress richtet sich an niedergelassene Ärztinnen und Ärzte verschiedener Fachgruppen, die in der Regel die erste Anlaufstelle für Betroffene sind. Teilnehmerinnen und Teilnehmer erhalten für jeden Kongresstag sechs CME-Punkte.
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