Probiotika, Präbiotika, Synbiotika: Nachteile in Studien nur ungenügend abgebildet23. Juli 2018 Foto: © metamorworks/Fotolia Randomisierte kontrollierte Studien (RCT), die die Wirksamkeit von Probiotika, Präbiotika und Synbiotika beurteilen, berücksichtigen häufig potenzielle Nachteile nicht. Ohne solche Sicherheitsdaten aber warnen Experten, dass man nicht vereinfachend zu dem Schluss kommen kann, dass derartige Interventionen sicher sind. Die Ergebnisse der aktuellen Untersuchung wurden in den “Annals of Internal Medicine” veröffentlicht. Interventionen zur Modifizierung des Mikrobioms werden immer beliebter: So werden Probiotika und Präbiotika immer häufiger als Ergänzung in Lebensmitteln verwendet und als Beitrag zur Verbesserung der Gesundheit, insbesondere der gastrointestinalen Gesundheit, propagiert. Trotz vielversprechender Ergebnisse in klinischen Studien bleiben Fragen hinsichtlich der Sicherheit solcher Interventionen offen, meinen die Autoren der aktuellen Arbeit. Die Forscher vom Centre of Research in Epidemiology and Statistics Sorbonne University und der Columbia University untersuchten 384 veröffentlichte RCT, in denen die Sicherheit oder Wirksamkeit mindestens einer Intervention mit Probiotika, Präbiotika oder Synbiotika untersucht wurde. Ziel war es, zu analysieren, wie über damit verbundene Nachteile berichtet wurde. Die Wissenschaftler fanden heraus, dass Angaben zu nachteiligen Ergebnissen solcher Interventionen fast immer fehlten bzw. unzureichend oder mangelhaft waren. Ein Drittel der untersuchten Studien lieferte gar keine Informationen zu Nachteilen. In nur zwei Prozent der Arbeiten waren Angaben zu wichtigen Sicherheitskomponenten zu finden. Von 384 Studien an gesunden Probanden (n=136) oder Patienten mit einer von verschiedenen systemischen Erkrankungen (n=248) wurden 339 (88%) in Fachzeitschriften veröffentlicht. Am häufigsten wurden in den Studien Probiotika beurteilt (69%). In Untersuchungen an Personen mit systemischen Erkrankungen wurden ambulant behandelte Patienten (n=195) und Hochrisikopatienten (n=53) eingeschlossen. In 106 Studien (28%) gab es keine Angaben zu Nachteilen der genannten Interventionen, bei 142 (37%) fehlten Informationen zu Ergebnissen die Sicherheit betreffend und in 309 (80%) Studien wurde die Anzahl schwerwiegender unerwünschter Ereignisse Studiengruppe nicht genannt. Von 242 Studien, die Nachteile einer Therapie mit Probiotika, Präbiotika oder Synbiotika erwähnten, gab es bei 37% nur allgemeine Aussagen zur Beschreibung unerwünschter Ereignisse, während bei 16% unzureichende Messgrößen verwendet wurden. Insgesamt wurden in 375 Studien (98%) unerwünschte bzw. schwere unerwünschte Ereignisse nicht definiert und die Anzahl der Therapieabbrecher aufgrund unterwünschter bzw. schwerer unerwünschter Ereignisse oder die Zahl der (schweren) unerwünschten Ereignisse pro Patientengruppe nicht genannt.
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