Prof. Markus Naumann an die Universität Augsburg berufen14. Dezember 2021 Prof. Markus Naumann (Foto: Ulrich Wirth/Universitätsklinikum Augsburg) Die Universität Augsburg hat Prof. Markus Naumann auf den neu eingerichteten Lehrstuhl für Neurologie an ihrer Medizinischen Fakultät berufen. Der Neurologe, der seit 2004 Chefarzt der Klinik für Neurologie und Neurophysiologie am Universitätsklinikum Augsburg war, forscht auch zu der Frage, inwiefern Wetter, Klima und verschiedenste andere Umweltfaktoren das Auftreten von Schlaganfällen beeinflussen. „Herr Professor Naumann hat seit der Gründung der Universitätsmedizin mit interdisziplinären Projekten die Forschung in den Bereichen Umwelt und Gesundheit sowie Medizininformatik vorangetrieben. Ich freue mich sehr, dass wir ihn nun an die Netzwerkuniversität Augsburg berufen konnten“, würdigte Universitätspräsidentin Prof. Sabine Doering-Manteuffel den Neuberufenen. Schwerpunkt der klinischen Behandlungen des Neurologen bilden Schlaganfälle mit circa 2000 Betroffenen im Jahr. Die Auswirkungen der Umwelt auf diese häufige Erkrankung hat Naumann sehr früh in den Blick genommen. Sein besonderes Interesse gilt außerdem der Behandlung von Krankheiten, die Bewegungsstörungen hervorrufen, beispielsweise Parkinson oder Dystonie. 2020 konnte er ein eigenes Zentrum für Gang- und Bewegungsstörungen an seiner Klinik gründen und mithilfe einer Förderung durch den Bezirk Schwaben apparativ hochmodern ausstatten. „Für seine innovative Behandlung von Spastik und Dystonie durch Botulinumtoxin genießt Prof. Naumann hohes fachliches nationales und internationales Renommee“, betont Prof. Martina Kadmon, Gründungsdekanin der Medizinischen Fakultät. Schlaganfall als Umwelterkrankung Nummer 1 Laut der Weltgesundheitsorganisation ist der Schlaganfall mit jährlich 2,5 Millionen Todesfällen weltweit die häufigste Todesursache bei umweltbedingten Erkrankungen. „Die Zusammenhänge von Ursache und Wirkung sind bei Umwelterkrankungen meist leider schwer nachzuweisen“, erklärt der Neuberufene. „In Augsburg haben wir jedoch einen Standortvorteil, der sich als Alleinstellungsmerkmal erweist: Wir erfassen an meiner Klinik nahezu lückenlos sämtliche Daten aller Schlaganfälle von circa 0,7 Millionen Einwohnern, was eine hervorragende Datenbasis abgibt. In einer Studie konnten wir so nachweisen, dass bestimmte Wetterlagen einen ungünstigen Einfluss auf das Schlaganfallgeschehen in der Region hatten“, führt Naumann weiter aus. In Zukunft soll Risikopatientinnen und -patienten sowie den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern im Gesundheitswesen eine Gesundheitsvorhersage an die Hand gegeben werden, um das Schlaganfall-Risiko zu reduzieren. Aktuelle Studien an seiner Klinik befassen sich mit potenziellen Umwelteinflüssen auf Schlaganfälle sowie Parametern, die zur Abschätzung der Prognose nach einem Schlaganfall dienen können. „Besonders wichtig ist mir, die Nachsorge von Schlaganfall-Patienten zu verbessern, die derzeit in Deutschland noch nicht ausreichend etabliert ist“, betont der Neurologe. Gezieltere Behandlung von Multipler Sklerose dank Big Data Jährlich wird bei mehr als 10.000 Menschen Multiple Sklerose neu diagnostiziert. „Die Krankheit lässt noch viele Fragen unbeantwortet und ist in Verlauf, Beschwerdebild und Therapieerfolg so unterschiedlich, dass sich allgemeingültige Aussagen nur bedingt machen lassen“, bemerkt Naumann. Eine große Hilfe für eine gezieltere Behandlung bietet die Informatik. Der Neurologe ist mit seiner Klinik wichtigster klinischer Partner des Konsortiums „Data Integration for Future Medicine“ (DIFUTURE), das vom BMBF gefördert wird. „Durch die Sammlung und Auswertung einer enormen Anzahl an Patientenfällen, die nur noch in digitalisierter Form möglich ist, möchten wir herausfinden, welche Medikamente bei einer Patientin ganz individuell am besten wirken werden. Das spart wertvolle Zeit bei der Behandlung der Krankheit, die sonst rasch voranschreitet und irreversible Schäden anrichtet“, erläutert der Neurologe das Forschungsprojekt.
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