Prognose fortgeschrittener Neoplasien bei Colitis ulcerosa mit Dysplasie: Genauer Prädiktor gefunden

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Bei Patienten mit Colitis ulcerosa und einer Läsion mit geringgradiger Dysplasie (LGD) ist das Risiko für eine fort­geschrittene Neoplasie (AN; Darmkrebs und/oder hochgradige Dysplasie) variabel und schwer vorherzusagen.

Ein britisch-US-amerikanisches Team setzte es sich daher zum Ziel, eine exakte AN-Risikostratifizierung bei C.-ulcerosa-Patienten mit LGD zu erstellen. Sie postulierten, dass das Muster und das Ausmaß somatischer genomischer Kopienzahlveränderungen (CNA) in LGD-Läsionen das zukünftige AN-Risiko vorhersagen könnten. Um dies zu überprüfen, führten sie eine retro­spektive, multizentrische Fall-Kontroll-Studie mit 270 LGD-Proben von 122 C.-ulcerosa-Patienten durch.

Sie stuften dabei die Probanden als Progressoren (n=40) ein, wenn bei ihnen innerhalb von etwa fünf Jahren nach der LGD-Diagnose eine AN diagnostiziert wurde. Als Nichtprogressoren (n=82) galten Patienten, wenn sie während des Follow-ups AN-frei blieben. Zu Studienbeginn extrahierten die Forscher DNA aus jeder LGD-Läsion und führten eine Low-Coverage-Gesamtgenomsequenzierung durch, um CNA nachzuweisen.  Auch bewerteten sie in einer Überlebensanalyse die CNA als Prädiktoren für ein zukünftiges AN-Risiko.

Kopienzahlveränderung als Vorhersagefaktor

Es ergab sich bei den Progressoren eine signifikant höhere CNA-Belastung als bei den Nichtprogressoren (in der Entdeckungskohorte p=2×10-6) und diese war in einer univariaten Analyse ein hochsignifikanter Prädiktor für das AN-Risiko (OR 36; p=9×10-7), der sogar bestehende klinische Risikofaktoren wie Läsionsgröße, -form und -fokalität übertraf. Eine optimale Risiko­vorhersage konnte mit einem multi­variaten Modell erreicht werden, das die CNA-Belastung mit dem bekannten klinischen Risikofaktor einer unvollständigen LGD-Resektion kombinierte. Jedoch hatte die genetische Heterogenität innerhalb der LGD-Läsion keinen Einfluss auf die Risikovorhersage.

Damit stellt die Messung von CNA in LGD einen sehr exakten und aussagekräftigen Prädiktor für das AN-Risiko bei CED dar. Dies empfeh­len die Autoren, um künftig die ­klinische Behandlung dieser Patienten zu unterstützen.

(je/BIERMANN)