Prognose fortgeschrittener Neoplasien bei Colitis ulcerosa mit Dysplasie: Genauer Prädiktor gefunden13. Oktober 2025 Abbildung: © Alex/stock.adobe.com Bei Patienten mit Colitis ulcerosa und einer Läsion mit geringgradiger Dysplasie (LGD) ist das Risiko für eine fortgeschrittene Neoplasie (AN; Darmkrebs und/oder hochgradige Dysplasie) variabel und schwer vorherzusagen. Ein britisch-US-amerikanisches Team setzte es sich daher zum Ziel, eine exakte AN-Risikostratifizierung bei C.-ulcerosa-Patienten mit LGD zu erstellen. Sie postulierten, dass das Muster und das Ausmaß somatischer genomischer Kopienzahlveränderungen (CNA) in LGD-Läsionen das zukünftige AN-Risiko vorhersagen könnten. Um dies zu überprüfen, führten sie eine retrospektive, multizentrische Fall-Kontroll-Studie mit 270 LGD-Proben von 122 C.-ulcerosa-Patienten durch. Sie stuften dabei die Probanden als Progressoren (n=40) ein, wenn bei ihnen innerhalb von etwa fünf Jahren nach der LGD-Diagnose eine AN diagnostiziert wurde. Als Nichtprogressoren (n=82) galten Patienten, wenn sie während des Follow-ups AN-frei blieben. Zu Studienbeginn extrahierten die Forscher DNA aus jeder LGD-Läsion und führten eine Low-Coverage-Gesamtgenomsequenzierung durch, um CNA nachzuweisen. Auch bewerteten sie in einer Überlebensanalyse die CNA als Prädiktoren für ein zukünftiges AN-Risiko. Kopienzahlveränderung als Vorhersagefaktor Es ergab sich bei den Progressoren eine signifikant höhere CNA-Belastung als bei den Nichtprogressoren (in der Entdeckungskohorte p=2×10-6) und diese war in einer univariaten Analyse ein hochsignifikanter Prädiktor für das AN-Risiko (OR 36; p=9×10-7), der sogar bestehende klinische Risikofaktoren wie Läsionsgröße, -form und -fokalität übertraf. Eine optimale Risikovorhersage konnte mit einem multivariaten Modell erreicht werden, das die CNA-Belastung mit dem bekannten klinischen Risikofaktor einer unvollständigen LGD-Resektion kombinierte. Jedoch hatte die genetische Heterogenität innerhalb der LGD-Läsion keinen Einfluss auf die Risikovorhersage. Damit stellt die Messung von CNA in LGD einen sehr exakten und aussagekräftigen Prädiktor für das AN-Risiko bei CED dar. Dies empfehlen die Autoren, um künftig die klinische Behandlung dieser Patienten zu unterstützen. (je/BIERMANN)
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