Projektstart: Blutdruckmessung im Ohr soll Diagnose von Herz-Kreislauf-Erkrankungen erleichtern1. Februar 2022 In-Ohr-Sensor für das nichtinvasive Schlag-zu-Schlag-Blutdruckmonitoring. Foto: ©Nadin Jurisch – CiS Forschungsinstitut Die nichtinvasive, manschettenfreie und alltagstaugliche Erfassung des Blutdrucks ist eines der zentralen Ziele des im Januar 2022 gestarteten Projektes BDMon. Gemeinsam mit Partnern aus Industrie und Forschung wird darin der am CiS Forschungsinstitut für Makrosensorik GmbH entwickelte Im-Ohr-Sensor in Medizinprodukte überführt. Die etablierte Methode zur Blutdrucküberwachung basiert auf dem Einsatz einer Armmanschette. Insbesondere beim Langzeit-Monitoring im Alltag – vor allem nachts – wird dieses Verfahren von den meisten Patientinnen und Patienten als sehr unangenehm empfunden. Zudem liefert die Methode nur wenige Einzelwerte über den Tagesverlauf. Ein neuer Zugang zur Blutdruckmessung wird hingegen mithilfe optischer Sensoren möglich, wie das CiS Forschungsinstitut anlässlich des Projektstarts von BDMon (In-Ohr-Sensor für das nicht-invasive Schlag-zu-Schlag-Blutdruckmonitoring) erklärt. Auf der Grundlage der Photoplethysmographie (PPG) wird hierfür optisch durch die Hautoberfläche die Kontur der Pulsdruckwellen erfasst, aus deren Analyse der Verlauf des Blutdrucks ermittelt werden kann. Darüber hinaus besteht damit der Zugang zur Analyse der Schlag-zu-Schlag Variation des Blutdrucks – eines bisher noch wenig beachteten neuen Parameters. Das Forschungsinstitut erwartet sich hieraus einen großen Mehrwert für frühzeitige Diagnosen von Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems. Das Verfahren und Demonstratoren, solcher im Ohr applizierten Sensoren, wurden laut eigener Angaben am CiS Forschungsinstitut entwickelt und seien in mehreren Versuchsreihen im klinischen Umfeld erfolgreich erprobt worden. Um diese Grundlagen nun auch Patienten und Anwendern zugänglich zu machen, startete im Januar 2022 das vom Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK) geförderte Vorhaben BDMon im Zentralen Innovationsprogramm Mittelstand (ZIM). Mit dem ZIM fördert das BMWK marktorientierte technologische Forschungs- und Entwicklungsprojekte der mittelständischen Wirtschaft in Deutschland. In BDMon sollen nun gemeinsam mit den Partnern PAR Medizintechnik, bluepoint MEDICAL und dem Steinbeis Innovationszentrum die Grundlagen für neue Medizingeräte nach dem Im-Ohr-Funktionsprinzip entwickelt und der diagnostische Mehrwert untersucht werden.
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