Protein aus Fadenwurm fördert die Wundheilung im Tierversuch2. September 2024 Foto: © Orapun – stock.adobe.com Forschende der Rutgers University in New Jersey haben entdeckt, dass ein Protein, das von parasitären Würmern im Darm produziert wird, die Wundheilung bei Mäusen fördert. Hautwunden müssen schnell geschlossen werden, um Infektionen zu verhindern, aber ein zu schneller Wundverschluss kann die Bildung von Narbengewebe begünstigen. Das Gleichgewicht zwischen Narbenbildung und erfolgreicher Geweberegeneration wird stark von den Immunzellen beeinflusst, die an der Wundstelle rekrutiert werden. Daher ist die Forschung daran interessiert, Wege zu finden, um die Aktivität von Immunzelltypen zu steigern, die die Regeneration fördern und gleichzeitig die Aktivität von Immunzellen zu hemmen, die die Vernarbung von Gewebe fördern. Jüngste Studien deuten darauf hin, dass Moleküle, die von parasitären Würmern abgesondert werden, das Immunsystem des Wirts auf eine Weise modulieren können, die die Geweberegeneration fördert. In einer neuen Studie untersuchte ein Team unter der Leitung von William C. Gause, Direktor des Center for Immunity and Inflammation in Rutgers (USA), ein Protein namens TGM, das von Heligmosomoides polygyrus, einem parasitären Fadenwurm, der im Darm von Mäusen und anderen Nagern lebt, produziert wird. Gause und Kollegen fanden heraus, dass die tägliche örtliche Anwendung von TGM die Schließung von Hautwunden bei Mäusen beschleunigte. Darüber hinaus verringerte die Behandlung mit TGM die Bildung von Narbengewebe und förderte gleichzeitig die Regeneration der Haut. Im Gegensatz zu unbehandelten Tieren waren TGM-behandelte Mäuse zum Beispiel in der Lage, neue Haarfollikel in der verletzten Hautregion zu bilden. Makrophagen werden umprogrammiert Die Forschenden fanden heraus, dass TGM über die Bindung an ein Signalprotein, den TGF-β-Rezeptor, wirkt, der auf der Oberfläche vieler Zelltypen bei Mäusen und Menschen zu finden ist. Die Behandlung mit TGM scheint die Rekrutierung von Makrophagen in Wunden zu stimulieren und sie so umzuprogrammieren, dass sie die Geweberegeneration fördern. „In dieser Studie haben wir eine neue Therapie für die Behandlung von Hautwunden entwickelt, die die regenerative Wundheilung gegenüber Gewebefibrose und Narbenbildung begünstigt“, sagt Gause. „Sie bietet einen wichtigen Rahmen für den potenziellen Einsatz eines leicht zu produzierenden Parasitenproteins als Therapie zur Förderung der kutanen Wundheilung.“ Ob das Protein zur Verbesserung der Wundheilung bei menschlichen Patienten eingesetzt werden kann, sollen künftige Studien untersuchen.
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