Psychische und urogenitale Wechseljahresbeschwerden unabhängig vom Zeitpunkt der Menopause ähnlich30. Juni 2026 Symbolbild © Pixel-Shot/stock.adobe.com Eine neue Studie zeigt, dass Wechseljahresbeschwerden sowohl bei Frauen mit einer Menopause im durchschnittlichen Alter als auch bei Frauen mit prämaturer Ovarialinsuffizienz (POI) häufig auftreten und oft stark ausgeprägt sind. Besonders bei psychischen und urogenitalen Beschwerden fanden die Forschenden keine wesentlichen Unterschiede zwischen den beiden Gruppen. Die prämature Ovarialinsuffizienz (POI) ist durch einen Funktionsverlust der Eierstöcke vor dem 40. Lebensjahr gekennzeichnet. Dadurch kommt es zu einem vorzeitigen Östrogenmangel, der neben einer eingeschränkten Fertilität auch langfristige gesundheitliche Folgen haben kann. Zu den häufigsten Menopausesymptomen zählen Hitzewallungen und Nachtschweiß, vaginale Trockenheit und Juckreiz, Harndrang, wiederkehrende Harnwegsinfektionen, Gelenkschmerzen, Stimmungsschwankungen, Gedächtnisprobleme, Veränderungen von Haut und Haaren sowie sexuelle Funktionsstörungen. Zudem erhöht der Östrogenmangel das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Osteoporose. Frühere Untersuchungen hatten bereits gezeigt, dass Frauen mit POI eine geringere gesundheitsbezogene Lebensqualität aufweisen. Direkte Vergleiche der Symptomlast zwischen Frauen mit POI und Frauen, die die Menopause im durchschnittlichen Alter von etwa 51 Jahren erleben, liegen jedoch bislang nur in begrenztem Umfang vor. Wechseljahresbeschwerden in beiden Gruppen vergleichbar Die aktuelle Studie umfasste mehr als 500 Frauen und verglich Häufigkeit und Schwere der Wechseljahresbeschwerden in beiden Gruppen. Insgesamt war die Symptomlast bei Frauen mit Menopause im durchschnittlichen Alter höher. Hinsichtlich der psychischen und urogenitalen Symptome ließen sich jedoch keine signifikanten Unterschiede zwischen den Gruppen feststellen; urogenitale Beschwerden wurden in beiden Gruppen am häufigsten genannt. Zu dieser Kategorie gehören sexuelle Probleme, Blasenbeschwerden (einschließlich Inkontinenz), Scheidentrockenheit oder -brennen sowie Schmerzen beim Geschlechtsverkehr. Die Ergebnisse wurden in der Fachzeitschrift „Menopause“ veröffentlicht. Bedarf an frühzeitiger Symptomkontrolle Die Forschenden kommen zu dem Schluss, dass Wechseljahresbeschwerden unabhängig vom Alter bei Eintritt der Menopause häufig auftreten und vielfach schwer ausgeprägt sind. Zwar war die gesamte Symptomlast bei Frauen mit Menopause im durchschnittlichen Alter höher, psychische und urogenitale Beschwerden traten jedoch in beiden Gruppen in vergleichbarem Ausmaß auf. Die Ergebnisse unterstreichen den Bedarf an einer frühzeitigen und wirksamen Behandlung östrogenmangelbedingter Beschwerden. Besonderes Augenmerk sollte dabei auf die urogenitale und sexuelle Gesundheit gelegt werden – unabhängig davon, in welchem Alter die Menopause eintritt. „Diese Ergebnisse verdeutlichen die Belastung durch Wechseljahresbeschwerden bei jungen Patientinnen mit vorzeitiger Ovarialinsuffizienz und unterstreichen, wie wichtig ein proaktives, umfassendes Screening auf Symptome bei allen Frauen in der Perimenopause oder Menopause ist“, erklärt Dr. Stephanie Faubion, medizinische Leiterin der Menopause Society. (lj/BIERMANN) Das könnte Sie ebenfalls interessieren: Menopause: Fezolinetant verbessert Hitzewallungen und psychische Beschwerden Kognitive Verhaltenstherapie gegen Schlafstörungen und Hitzewallungen in den Wechseljahren
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