Kognitive Verhaltenstherapie gegen Schlafstörungen und Hitzewallungen in den Wechseljahren

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Eine neue Studie zeigt, dass eine kognitiv-verhaltenstherapeutische Intervention kurzfristig signifikante Verbesserungen hinsichtlich des Schweregrads von Insomnie, der Beeinträchtigung durch Hitzewallungen, der Schlaf-Selbstwirksamkeit sowie depressiver Symptome während der Wechseljahre bewirken kann.

Schlaflosigkeit ist ein weit verbreitetes Problem, von dem 20 bis 60 Prozent der Frauen in den USA während und nach den Wechseljahren betroffen sind. Aufgrund der potenziell schwerwiegenden körperlichen und psychischen Folgen konzentriert sich die Forschung auf die Entwicklung wirksamer Behandlungsmethoden. Eine neue Studie legt nahe, dass eine kognitive Verhaltenstherapie zumindest kurzfristig Linderung verschaffen kann. Die Ergebnisse der Studie wurden online in der Fachzeitschrift „Menopause“ der Menopause Society veröffentlicht.

Die Auswirkungen von Insomnie und Hitzewallungen

Schlaflosigkeit zählt zu den häufigsten Beschwerden in der Perimenopause und Postmenopause. Zu den gesundheitlichen und funktionellen Folgen von Schlaflosigkeit gehören eine verminderte Lebensqualität, ein erhöhter Bedarf an Gesundheitsleistungen und damit verbundene Kosten, Behinderungen sowie ein erhöhtes Risiko für Depressionen und Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Hitzewallungen treten bei 60 bis 80 Prozent der Frauen während der Wechseljahre auf und können durchschnittlich vier bis fünf Jahre andauern. Nächtliche Hitzewallungen sind mit Schlafstörungen verbunden. Frauen mittleren Alters mit Hitzewallungen berichten häufig von einer verminderten Schlafqualität und erfüllen eher die Kriterien für eine Insomnie. Infolgedessen greifen sie möglicherweise zu kompensatorischen Verhaltensweisen wie Nickerchen oder verlängerter Bettzeit, was die Schlaflosigkeit jedoch verstärken kann.

Frühere Studien haben bereits bestätigt, dass die kognitive Verhaltenstherapie eine wirksame Behandlungsmethode für Insomnie darstellt. Sie basiert auf einer strukturierten, kurzfristigen und kompetenzorientierten Psychotherapie, die darauf abzielt, maladaptive Kognitionen (z. B. Gedanken und Überzeugungen) und Verhaltensweisen, die zur Schlaflosigkeit beitragen, zu verändern.

Schlaflosigkeit bei Frauen während und nach den Wechseljahren ist komplex und kann viele Ursachen haben, darunter Alterung, Hormonschwankungen, Hitzewallungen, andere Schlafstörungen, psychiatrische und medizinische Erkrankungen sowie psychosoziale Belastungen. Da Frauen mittleren Alters mit akuter und anhaltender Schlaflosigkeit stärkere negative gesundheitliche Folgen erfahren, ist es unerlässlich, wirksame Behandlungen für menopausenbedingte Schlaflosigkeit anzubieten.

Gleichzeitige Behandlung beider Symptome möglich

Obwohl frühere Studien die Wirksamkeit der kognitiven Verhaltenstherapie bei Hitzewallungen und anderen Wechseljahresbeschwerden belegen, befassten sich nur wenige mit der gleichzeitigen Behandlung von Schlafstörungen und Hitzewallungen. Daher zielte diese Pilotstudie darauf ab, die Wirksamkeit einer kognitiven Verhaltenstherapie bei perimenopausalen und postmenopausalen Frauen sowohl bei Schlafstörungen als auch bei Hitzewallungen nachzuweisen. Basierend auf den Ergebnissen kamen die Forscher zu dem Schluss, dass diese Therapieform einen praktikablen und vielversprechenden Ansatz zur Behandlung von wechseljahresbedingten Schlafstörungen und nächtlichen Hitzewallungen darstellt. Die Intervention führte zu signifikanten, kurzfristigen Verbesserungen hinsichtlich des Schweregrads der Insomnie, der Beeinträchtigung durch Hitzewallungen, der Schlaf-Selbstwirksamkeit sowie depressiver Symptome; die positiven Effekte ließen jedoch nach drei Monaten wieder nach.

„Nächtliche Hitzewallungen und Schlafstörungen können erhebliche Auswirkungen auf die Lebensqualität haben; viele Frauen berichten von extremen Beeinträchtigungen durch Symptome, die häufig bereits in der frühen Perimenopause einsetzen und zehn Jahre oder länger andauern. Schlafstörungen können selbst bei jenen Frauen fortbestehen, die eine medikamentöse Therapie zur Linderung der Hitzewallungen anwenden. Die Studienergebnisse unterstreichen den Nutzen der kognitiven Verhaltenstherapie als eigenständige Behandlungsform bei Insomnie und Hitzewallungen und bieten den betroffenen Frauen somit eine Alternative oder Ergänzung zu medikamentösen Therapien“, erklärt Dr. Monica Christmas, stellvertretende medizinische Direktorin der Menopause Society.

(lj/BIERMANN)

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