Reizdarm oder CED: Unterscheidung mittels fäkaler Calprotectin-Werte6. Juni 2024 Foto: © Dragana Gordic – stock.adobe.com (Symbolbild) Die Symptome von Patienten mit Chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen (CED) und Reizdarmsyndrom (RDS) überschneiden sich in erheblichem Maße, einschließlich Bauchschmerzen und Durchfall. Daher ist es nicht immer möglich, allein anhand der Symptome zwischen den beiden Erkrankungen zu unterscheiden. Eine Endoskopie mit histopathologischer Probenentnahme wird bei der Untersuchung von Patienten mit Verdacht auf CED oftmals als unverzichtbar angesehen, aber für viele Patienten ist die Endoskopie mit der erforderlichen Darmvorbereitung sehr unangenehm und in vielen Fällen verläuft sie zudem negativ. Um die diagnostische Leistung von nichtinvasiven fäkalen Calprotectin-Bestimmungen bei der Unterscheidung von Patienten mit CED und RDS besser bewerten zu können, haben nun italienische Wissenschaftler für eine systematische Übersichtsarbeit mit Metaanalyse die Datenbanken MEDLINE, Embase, Scopus und CochraneLibrary bis einschließlich 1. Januar 2023 durchsucht. Eingeschlossen wurden Studien, die die diagnostische Leistung von fäkalem Calprotectin bei der Unterscheidung von CED und RDS (definiert nach den Rom-Kriterien) unter Verwendung der Koloskopie mit Histologie oder Radiologie als Referenzstandard bei Erwachsenen untersuchten. Die Forschenden berechneten die zusammengefasste Sensitivität und Spezifität sowie deren 95%-KI anhand eines bivariaten Random-Effects-Modells. Das Risiko einer Verzerrung wurde zudem anhand des Quality Assessment of Diagnostic Accuracy Studies II bewertet. Die Forschenden schlossen in ihre Bewertungen 17 Studien mit insgesamt 1956 Patienten ein. Die zusammengefasste Sensitivität lag bei 85,8% (95%-KI 78,3–91) und die Spezifität bei 91,7% (95%-KI 84,5–95,7). Bei einer CED-Prävalenz von 1% lag der negative prädiktive Wert bei 99,8%, der positive prädiktive Wert dagegen nur bei 9%. Subgruppenanalysen ergaben eine höhere Sensitivität in westlichen vs. östlichen Ländern (88 vs. 73%) und bei einem Cut-off-Wert von ≤50 μg/g vs. >50 μg/g (87 vs. 79%), bei ähnlichen Schätzungen der Spezifität. Alle Studien wiesen ein hohes oder unklares Bias-Risiko auf. Fazit Den Ergebnissen zufolge ist fäkales Calprotectin ein zuverlässiger nichtinvasiver Test für die Unterscheidung zwischen CED und RDS. Zudem scheint fäkales Calprotectin laut den Autoren in westlichen Ländern und bei einem Cut-off von ≤50 μg/g eine deutlich bessere Sensitivität aufzuweisen. (bi) Autoren: Dajti E et al. Korrespondenz: Rocco Maurizio Zagari; [email protected] Studie: Systematic review with meta-analysis: Diagnostic performance of faecal calprotectin in distinguishing inflammatory bowel disease from irritable bowel syndrome in adults Quelle: Aliment Pharmacol Ther 2023;58(11-12):1120–1131 Web: https://doi.org/10.1111/apt.17754
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