Risiko für Bronchopulmonale Dysplasie lässt sich im Urin ablesen

Metaboliten im Urin von Frühgeborenen könnten Hinweise auf das Risiko für eine schwere Lungenerkrankung geben. (Foto: © gradt – stock.adobe.com)

Die Bronchopulmonale Dysplasie (BPD) ist eine der Hauptursachen für Morbidität bei extrem frühgeborenen Säuglingen und lässt sich anhand klinischer Faktoren nach wie vor nur begrenzt vorhersagen. Ein US-amerikanisches Forscherteam hat für dieses Problem nun möglicherweise eine Lösung gefunden: den Urin der Kinder.

In einer einzigen, früh entnommenen Urinprobe fanden die Forschenden unter anderem Metaboliten des Purinstoffwechsels und des Aminosäureabbaus, was mit den bekannten Mechanismen der Lungenerkrankung bei Frühgeborenen übereinstimme, schreiben die Autoren in „Pediatric Pulmonology“. Entsprechend könne die urin­basierte, nicht invasive Stoffwechselprofilierung aussagekräftige Informationen über das BPD-Risiko liefern und bestehende Instrumente zur Risiko­bewertung ergänzen.

Um herauszufinden, ob sich die Entwicklung einer BPD bei Früh­geborenen anhand von Urinmetaboliten vorhersagen lässt, hatten Seniorautor Alvaro Moreira von der University of Texas Health in San Antonio (USA) und Kollegen Urinproben von Frühgeborenen mittels einer auf Flüssigchromatographie-Massenspektrometrie basierenden Metabolomik prospektiv analysiert. Die Proben wurden an einem einzigen Zentrum am fünften Lebenstag der Kinder genommen. Zur Identifizierung von Stoffwechselmustern, die mit der späteren Entwicklung einer BPD assoziiert sind, nutzten die ­Forschenden einen multivariaten Modellierungsansatz, der Urinmetaboliten mit klinischen Merkmalen integrierte.

Die metabolomische Profilierung des Urins ergab eine multivariate metabolische Signatur, die mit der späteren Entwicklung einer BPD assoziiert war (40,9 % der Säuglinge; n = 44). Das integrierte ­klinisch-metabolische Modell zeigte unter Verwendung einer begrenzten Anzahl von Metaboliten und klinischen Variablen eine gute Vorher­sageleistung (AUC 0,805). Zu den wichtigsten implizierten Stoffwechselwegen gehörten der Purinstoffwechsel, oxidativer Stress und der Aminosäureabbau. Die Forschenden empfehlen nun größere, multizentrische Studien, um diese Ergebnisse zu validieren und ihre Rolle in der klinischen Versorgung zu definieren. (ej)