Risiko für postthrombotisches Syndrom: Keine Reduzierung durch kathetergestützte Lyse19. Februar 2018 © jarun011 – fotolia.com Ein postthrombotisches Syndrom (PTS) tritt trotz Antikoagulanzientherapie häufig bei Patienten mit tiefen Venenthrombosen auf. Eine kathetergestützte Lyse von tiefen Beinvenenthrombosen beseitigt schnell die Thromben und reduziert scheinbar das Risiko für PTS. US-amerikanische Experten für bildgebende Verfahren haben nun in einer Studie 692 Patienten mit akuter tiefer Venenthrombose entweder mittels Antikoagulation (Kontrollgruppe) oder mit Antikoagulation plus kathetergestützter Lyse (Kombinationstherapie) behandelt und die Wirkung der Therapien verglichen. Im Rahmen des Untersuchungszeitraumes kam es zu keinen wesentlichen Unterschieden hinsichtlich des Auftretens von PTS zwischen den beiden Studiengruppen (47 % bei Kombinationstherapie, 48 % in der Kontrollgruppe; Risikoquotient 0,96, 95 % Konfidenzintervall, 0,82 – 1,11). Die kathetergestützte Lyse führte innerhalb von 190 Tagen nach dem Eingriff vermehrt zu stärkeren Blutungen (1,7 % gegenüber 0,3 % der Patienten); hinsichtlich des Auftretens rezidiver venöser Thrombembolien wurde im 24-monatigen Beobachtungszeitraum kein signifikanter Unterschied zwischen den Gruppen dokumentiert (12 % in der Gruppe der Kombinationstherapie, 8 % in der Kontrollgruppe). Unter der kathetergestützten Lyse kam es bei 18 % der Patienten zu moderaten bis schweren PTS, in der Kontrollgruppe war dies bei 24 % der Fall (Risikoquotient 0,73; 95 % Konfidenzintervall, 0,54-0,98). In der Kombinationsgruppe waren die Schweregrade des PTS nach 6, 12, 18 und 24 Monaten geringer ausgeprägt als in der Kontrollgruppe; die Verbesserung der Lebensqualität unterschied sich zwischen den Studiengruppen nicht signifikant. Die Autoren ziehen das Fazit, dass die zusätzliche kathetergestützte Lyse bei tiefen Venenthrombosen nicht in einem verminderten Risiko für PTS resultiert, sondern eher zu einem erhöhten Risiko für stärkere Blutungen führt.
Mehr erfahren zu: "Liposuktion reduziert Schmerzen bei Lipödem effektiver als Standardbehandlung" Liposuktion reduziert Schmerzen bei Lipödem effektiver als Standardbehandlung Die Ergebnisse der LIPLEG-Studie bestätigen die Vorteile der Liposuktion bei Patientinnen mit Lipödem gegenüber der konservativen Behandlung. Gleichzeitig bedarf es bei jeder Patientin einer individuellen Risikoabwägung.
Mehr erfahren zu: "Allergien und Asthma: Leitlinien berücksichtigen Folgen des Klimawandels" Allergien und Asthma: Leitlinien berücksichtigen Folgen des Klimawandels Bei der Versorgung von Allergischer Rhinitis und Asthma unterstreichen die neuen EAACI-Leitlinien die zunehmende Bedeutung von Pollenmonitoring, Umweltprognosen und Prävention.
Mehr erfahren zu: "Samenflüssigkeit kann Infektion durch Mpox-Viren begünstigen" Samenflüssigkeit kann Infektion durch Mpox-Viren begünstigen Sperma kann in Zellkulturen die Aufnahme von Mpox-Viren in Hautzellen erleichtern, so das Ergebnis einer aktuellen Studie von Forschenden aus Deutschland.