Risikoklassen mit molekularen Merkmalen für Endometriumkarzinome: Weitere Verfeinerung im Frühstadium möglich21. Dezember 2023 Foto: © Yurii Kibalnik – stock.adobe.com Lässt sich das Risikobewertungssystem für Endometriumkarzinome der European Society of Gynaecological Oncology (ESGO), European Society for Radiotherapy and Oncology (ESTRO) und European Society of Pathology (ESP) aus dem Jahr 2020 weiter verfeinern? Die Antwort lautet ja. Der Frage gingen Wissenschaftler um Dr. Camilla Nero von der Fondazione Policlinico Universitario Agostino Gemelli IRCCS, in Rom, Italien, anhand einer retrospektiven Studienkohorte von Patientinnen mit Endometriumkarzinom im Frühstadium nach. Ende 2020 hatten die 3 Gesellschaften beschlossen, gemeinsam evidenzbasierte Leitlinien zum Management von Endometriumkarzinomen zu aktualisieren, indem sie in den Risikobewertungen molekulare Merkmale sowohl aus- (ME) als auch einschlossen (MI). Letztere integrieren sowohl klinisch-pathologische Variablen als auch molekulare Merkmale, die Risikogruppen abgrenzen. Jede besteht aus 2 oder 3 verschiedenen Subgruppen, die das gleiche prognostische Verhalten aufweisen sollen. Doch das klinische Management solcher MI-Risikogruppen ist nach wie vor eine Herausforderung. Insbesondere um die Behandlung von Patientinnen im Frühstadium besser maßschneidern zu können, müsse geklärt werden, ob die verschiedenen Subgruppen in jeder MI-Risikoklasse ein unterschiedliches prognostisches Verhalten aufweisen und daher fehlplatziert sein könnten, heißt es in der Einleitung. Eine Verfeinerung erhofften sich die Autoren von den 3 in der PORTEC-4a-Studie angenommenen prognostischen Profilen (günstig, intermediär und ungünstig). Zu diesen Profilen gehören bekannte Merkmale (POLE, Mismatch-Repair-Defizienz, p53 und lymphovaskuläre Invasion [LVSI]) sowie zusätzliche prognostische Risikofaktoren wie das L1-Zelladhäsionsmolekül (L1CAM) und Mutationen im Exon 3 von Catenin beta 1 (CTNNB1). Die Patientinnen wurden gemäß einer 1:2 nach dem Propensity-Score gematchten Analyse ausgewählt. Außerdem wurden anhand von Tumorproben 29 Genen sequenziert. Die Studie umfasste 137 Frauen. Zwischen den ESGO/ESTRO/ESPME-Risikoklassen (p=0,766 bzw. p=0,176) wurden keine Unterschiedeim DFS oder OS nach 5 Jahren beobachtet. Sobald molekulare Merkmale integriert wurden, war die Wahrscheinlichkeit des OS signifikant unterschiedlich (p=0,011). Bei Anwendung der 3 prognostischen Profile hatte die Wahrscheinlichkeit eines Rezidivs einen p-Wert von 0,097, und die Autoren beobachteten signifikante Unterschiede beim OS (p=0,004). Unter den Patientinnen mit Rezidiv zeigten 17,6 % Mutationen in BRCA1/2, RAD50, BRIP1 und XRCC2, während 22,5 % eine PD-L1-positive Expression und eine MUTYH-Mutation aufwiesen. Eine weitere Stratifizierung innerhalb jeder Risikoklasse nach den relevantesten prognostischen Merkmalenhabe die Prognose von Frauen mit Endometriumkarzinom im Frühstadium besser definieren können, bilanziert das Team in dem kostenlos zugänglichen Artikel. Fast die Hälfte der Patientinnen, bei denen ein Rezidiv auftrat, zeigte eine angreifbare molekulare Veränderung, für die gezielte Studien gefördert werden sollten. (sf)
Mehr erfahren zu: "Medikament verbessert die Sexualfunktion bei Patienten mit Depressionen" Medikament verbessert die Sexualfunktion bei Patienten mit Depressionen Eine neue US-amerikanische Studie ergab, dass bei Patienten mit einer Major Depression, die unzureichend auf Standard-Antidepressiva ansprachen, eine Zusatzbehandlung mit dem Medikament Lumateperon eine signifikante Verbesserung der Sexualfunktion erreichen kann.
Mehr erfahren zu: "BÄK-Präsident fordert: „Reformen dürfen nicht länger aufgeschoben werden“" BÄK-Präsident fordert: „Reformen dürfen nicht länger aufgeschoben werden“ Zum Auftakt der parlamentarischen Arbeit nach der Sommerpause mahnt die Bundesärztekammer (BÄK) zu entschlossenem Handeln in der Gesundheitspolitik und fordert Reformen angehen, Bürokratie abbauen und Vertrauen zu schützen.
Mehr erfahren zu: "Die Rate der Infertilität durch Endometriose sinkt, aber Fallzahlen steigen weiter" Die Rate der Infertilität durch Endometriose sinkt, aber Fallzahlen steigen weiter Die altersstandardisierte Rate der Infertilität durch Endometriose ist weltweit seit 1990 deutlich gesunken. Gleichzeitig stieg die Zahl der betroffenen Frauen um 9,1 Prozent auf 1,19 Millionen.