RSV-Infektionen bei selbstständig lebenden Senioren

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Eine europäische Studie hat gezeigt, dass das Respiratorische Synzytial-Virus (RSV) bei älteren Menschen, die nicht in Pflegeeinrichtungen leben, weit verbreitet ist und selten schwere Erkrankungen verursacht.

Dies deutet den Autoren zufolge darauf hin, dass beobachtendes Zuwarten – bei kontinuierlicher Versorgung zur Identifizierung derjenigen, die eine intensivere Betreuung benötigen – oft gerechtfertigt ist, wenn der Hausarzt den Verdacht einer RSV-Infektion äußert.

Die internationale, prospektive, beobachtende Kohortenstudie stellte einen Teil der Arbeit des REspiratory Syncytial virus Consortium in EUrope (RESCEU) dar. Die 1040 Teilnehmer wurden vor 2 unabhängigen saisonalen RSV-Zeiträumen (527 in Saison 2017/2018 und 513 in Saison 2018/2019) über Hausarztpraxen rekrutiert. Im Rahmen der Studie machten die Teilnehmer wöchentlich Angaben zu Symptomen einer akuten Atemwegsinfektion (ARTI) während einer RSV-Saison. ARTI-Patienten wurden bei Hausbesuchen auf RSV getestet und führten ein Symptomtagebuch.

Die Probanden hatten ein Durchschnittsalter von 75 Jahren (Spanne 60–100 Jahre). Davon lebten 1023 (99%) zu Studienbeginn selbstständig in den eigenen 4 Wänden, wie die Forschenden um Erstautor Koos Korsten vom University Medical Center Utrecht (Niederlande) im „European Respiratory Journal“ berichten. Die Inzidenz von RSV-Erkrankungen betrug 22 von 527 (4,2%) und 37 von 513 (7,2%) in den jeweiligen saisonalen Zeiträumen.

Eine RSV-Erkrankung hatte im Verlauf der Studie keinen Einfluss auf die Gebrechlichkeit oder den kardiopulmonalen Status der Betroffenen, von denen keine/keiner in ein Krankenhaus eingeliefert wurde oder an einer RSV-Erkrankung verstarb. Bei den 36 Patienten mit PCR-bestätigtem RSV-ARTI betrug die Symptomdauer durchschnittlich 19 Tage, während in 11/36 Fällen (31%) ein Arzt­besuch stattfand. RSV-ARTI konnte aufgrund der Symptome klinisch nicht von allen anderen ARTI unterschieden werden.

Fazit
Diese europäische Studie hat gezeigt, dass RSV bei älteren Menschen in Gemeinschaftswohnungen weit verbreitet ist und selten schwere Erkrankungen verursacht. Dies deutet den Autoren zufolge darauf hin, dass beobachtendes Zuwarten – bei kontinuierlicher Versorgung zur Identifizierung derjenigen, die eine intensivere Betreuung benötigen – oft gerechtfertigt ist, wenn der Hausarzt den Verdacht einer RSV-Infektion äußert. (ac)

Autoren: Korsten K et al.
Korrespondenz: Joanne Wildenbeest; [email protected]
Studie: Burden of respiratory syncytial virus infection in community-dwelling older adults in Europe (RESCEU): an international prospective cohort study
Quelle: Eur Respir J 2021;57(4):2002688.
Web: https://doi.org/10.1183/13993003.02688-2020