Rückenschmerzen bei Kindern: S3-Leitlinie erschienen14. Januar 2022 Foto: ©New Africa – stock.adobe.com Wenn Kinder über Schmerzen im Rücken klagen, ist besonderes Augenmerk gefragt. Erstmals befasst sich nun eine neue S3-Leitlinie mit dem Rückenschmerz von Kleinkindern, Kindern und Jugendlichen, wie die Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin (DGKJ) berichtet. Die Leitlinie lege für ihre besondere Patientengruppe eine spezifische Betrachtungsweise vor, erläutert Prof. Michael Frosch, der die Publikation für die Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin (DGKJ) koordiniert hat: „Das Besondere an dieser systematischen Erfassung ist, dass wir hier auch die Risikofaktoren und die Diagnostik verschiedener Ursachen und Erkrankungsgruppen unter den Kindern und Jugendlichen in den Blick genommen haben. Insbesondere in den frühen Lebensjahren hat die Differenzialdiagnostik eine hohe Bedeutung, um hier adäquat betreuen und unterstützen zu können. Die Leitlinie schließt damit eine große Lücke, denn bislang fehlten solche systematischen Empfehlungen bei Rückenschmerzen von Kindern.“ Die Leitlinie geht der DGKJ zufolge sowohl auf spezifische Rückenschmerzen (hervorgerufen durch andere Grunderkrankungen wie Infektionen, orthopädische Krankheitsbilder, neurologische oder rheumatische Erkrankungen) als auch auf nichtspezifische Rückenschmerzen (ohne nachweisbare andere Grunderkrankung) ein. „Red Flags“ für den Rückenschmerz Erstmals wird auch eine systematische Analyse von diagnostischen Warnzeichen für spezifische Rückenschmerzen in dieser Altersgruppe vorgelegt. Solche red flags sind beispielsweise Schmerzcharakteristika, neurologische Besonderheiten, andere klinische Zeichen. Sie können diagnostische Hinweise für spezifische Krankheitsursachen ergeben und werden in der Leitlinie systematisch dargestellt. Als Risikofaktoren für nichtspezifische Rückenschmerzen benennt die Leitlinie beispielsweise Leistungssport, Schmerzepisoden bereits in jüngerem Lebensalter und psychosoziale Faktoren. Prävention statt Chronizität Mit der neuen S3-Leitlinie steht laut DGKJ nun eine grundlegende Orientierung für die Diagnostik und Therapie von Rückenschmerzen bei Kindern und Jugendlichen zur Verfügung, die sowohl angeborene oder erworbene Grunderkrankungen, die primäre Schmerzstörung ohne somatische Grunderkrankung sowie somatische Grunderkrankungen unter dem Leitsymptom Rückenschmerz erfasst. Frosch und die übrigen Autoren aus insgesamt 14 Fachgesellschaften und Organisationen haben sich fast vier Jahre mit der umfangreichen Datenanalyse befasst. Die Leitlinie gibt auch wichtige Hinweise für die Prävention des nichtspezifischen Rückenschmerzes durch körperliche Aktivität – ein zentraler Baustein zur Minderung der Chronizität im Erwachsenenalter. Im Frühjahr soll eine Kurzfassung und eine Patienten-Leitlinie erscheinen.
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