Rückenschmerzen: Online-Yoga effektiv und großflächig anwendbar

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In klinischen Leitlinien wird bei chronischen Schmerzen im unteren Rücken (cLBP) empfohlen, zunächst nichtpharmakologische Behandlungen wie zum Beispiel Yoga anzuwenden. Virtuelle Yogakurse könnten hier leicht umsetzbar und effektiv sein, wie eine US-Studie in „JAMA Network Open“ andeutet.

An der einfach verblindeten klinischen Studie hatten 140 Personen mit cLPB (mittlerer LBP-Intensitätswert ≥4 auf einer NRS von 0–10; Beeinträchtigung im Alltag durch Rückenschmerzen an ≥50% der Tage) teilgenommen. Sie wurden aus dem Cleveland Clinic Employee Health Plan – einem umfassenden Gesundheitsversorgungsprogramm für Mitarbeiter der Cleveland Clinic und deren Familien – rekrutiert.

Die Teilnehmer waren im Durchschnitt 74,8 ±11,7 Jahre alt, zum Großteil Frauen (80,7%) und hatten einen akademischen Hintergrund (73,5%). Die Forscher teilten sie randomisiert entweder einer Gruppe zu, die sofort an einem 12-wöchigen Online-Yogaprogramm teilnehmen konnte (n=71), oder der Kontrollgruppe, die auf der Warteliste stand (n=69). Letzterer wurde die freiwillige Teilnahme an dem Yoga-Kurs im Anschluss an die Studie zugesagt.

Die Intervention bestand aus 12 aufeinanderfolgenden, wöchentlichen, 60-minütigen, virtuellen, live gestreamten Hatha-Yoga-Gruppenstunden. Zu Beginn der Studie wiesen die Teilnehmer moderate Rückenschmerzen und Beeinträchtigungen auf. So lag die mittlere Schmerzintensität bei 5,7 ±1,5 Punkten auf der NRS und die rückenbezogene Funktion, gemessen anhand des modifizierten 23-Punkte-Roland-Morris-Behinderungsfragebogens (RMDQ), bei 12,1 ±4,4.

Nach 12 Wochen wurden die co-primären Ergebnisse erhoben. Diese waren die durch-schnittliche Schmerzintensität in der vorangegangenen Woche und der RMDQ. Bei den Teilnehmern der Yogagruppe waren zu diesem Zeitpunkt die mittlere Schmerzintensität um 1,5 Punkte (95%-KI -2,2 bis -0,7; p<0,001) und der mittlere RMDQ um 2,8 Punkte (95%-KI -4,3 bis -1,3; p<0,001) niedriger als bei den Teilnehmern auf der Warteliste.

Zu den sekundären und explorativen Ergebnissen gehörten diese Messungen nach 24 Wochen, die Verwendung von Schmerzmitteln und die PROMIS-Schlafqualität. Nach 24 Wochen waren die Verbesserungen bei den Schmerzwerten (mittlere Veränderung -2,3 Punkte; 95%-KI -3,1 bis -1,6; p<0,001) und dem RMDQ (mittlere Veränderung -4,6 Punkte; 95%-KI -6,1 bis -3,1; p<0,001) anhaltend.

Bezüglich der Verwendung von Schmerzmitteln berichteten die Teilnehmer der Yogagruppe nach 12 Wochen über einen um 21,4 Prozentpunkte (95%-KI 5,2–37,6) geringeren Gebrauch in der letzten Woche als die Teilnehmer der Warteliste und nach 24 Wochen um 21,2 Prozentpunkte (95%-KI 5,2–37,3). Die Verbesserung der Schlafqualität war bei den Teilnehmern der Yogagruppe signifikant größer als bei den Personen auf der Warteliste, und zwar nach 12 und nach 24 Wochen (mittlere Veränderung zu beiden Zeitpunkten 0,4 Punkte).

Fazit
Die Ergebnisse der randomisierten klinischen Studie mit 140 Erwachsenen mit chronischen Schmerzen im unteren Rücken deuten darauf hin, dass virtuelle Yogakurse eine machbare, sichere und wirksame Behandlungsoption sein könnten. (ah)

Autoren: Tankha H et al.
Korrespondenz: Robert Saper; [email protected]
Studie: Effectiveness of Virtual Yoga for Chronic Low Back Pain: A Randomized Clinical Trial
Quelle: JAMA Netw Open 2024;7(11):e2442339.
Web: https://doi.org/10.1001/jamanetworkopen.2024.42339