SARS-CoV-2: Kein Hinweis auf perinatale oder vertikale Übertragung16. Oktober 2020 Foto: ©Romanova Anna – stock.adobe.com Eine aktuelle Studie aus New York, USA, hat bei 101 Neugeborenen keinen klinischen Beweis für eine vertikale Übertragung von SARS-CoV-2 gefunden, obwohl die Kinder im Zimmer der erkrankten Mütter untergebracht und/oder gestillt wurden. Bislang liegen nur begrenzt Daten zur vertikalen und perinatalen Übertragung von SARS-CoV-2 und zu den gesundheitlichen Outcomes von Neugeborenen vor, die von Müttern mit symptomatischer oder asymptomatischer COVID-19-Erkrankung geboren wurden. Entsprechend fehlen evidenzbasierte Strategien zur Prävention und Eindämmung von Infektionen zu entwickeln. Eine aktuelle Studie aus New York, USA, hat bei 101 Neugeborenen keinen klinischen Beweis für eine vertikale Übertragung des Virus gefunden, obwohl die Kinder im Zimmer der erkrankten Mütter untergebracht und/oder gestillt wurden. Für die retrospektive Kohortenanalyse hatten Dani Dumitriu vom Columbia University Irving Medical Center die Daten von 101 Neugeborenen und 100 Müttern ausgewertet, die vom 13. März bis 24. April 2020 positiv getestet (Tests von Roche Diagnostics oder Cepheid) oder bei denen ein Verdacht auf SARS-CoV-2-Infektion bestand. Die Neugeborene wurden in zwei angeschlossenen Krankenhäusern eines großen akademischen medizinischen Zentrums in New York auf der Neugeborenenstation (82 Säuglinge) oder der Neugeborenen-Intensivstation (19 Säuglinge) aufgenommen. Kinder auf der Neugeborenenstation wohnten bei ihren Müttern, die Masken tragen mussten. Stillen unter Beachtung von Hygienemaßnahmen wurde unterstützt. Der mütterliche COVID-19-Status wurde als asymptomatisch/mild symptomatisch vs. schwer/kritisch klassifiziert. Klinische Merkmale und Verläufe der Kinder wurden in Relation zum mütterlichen COVID-19-Schweregrad verglichen. Insgesamt wurden bei den Neugeborenen (54 Mädchen [53,5%]) bis zum 25. Lebenstag (DOL-0 bis DOL-25) 141 Tests durchgeführt (Median DOL-1; Interquartilbereich [IQR] DOL-1 bis DOL-3). Zwei Neugeborene hatten unklare Testergebnisse, die auf eine niedrige Viruslast hindeuteten (2,0 %; 95%-KI 0,2–7,0 %); eines der Kinder wurde nicht erneut getestet, blieb aber bis zu Nachuntersuchung unauffällig, das andere hatte bei erneuten Tests negative Ergebnisse. Im Vergleich zu Neugeborenen von Müttern mit asymptomatischem/mildem COVID-19 wurden Kinder von Müttern mit schwerem/kritischem COVID-19 etwa 1 Woche früher geboren (mittleres Gestationsalter 37,9 [IQR, 37,1–38,4] vs. 39,1 [IQR, 38,3–40,2] Wochen; p = 0,02) und hatten ein erhöhtes Risiko, eine Phototherapie zu benötigen (3 von 10 [30,0 %] vs. 6 von 91 [7,0 %]; p = 0,04). Fünfundfünfzig Neugeborene wurden von DOL-3 bis DOL-10 in einer speziellen Einrichtung nachbeobachtet und blieben gesund. Bei 20 dieser Neugeborenen plus 3 Neugeborenen, die in einer anderen Einrichtung beobachtet wurden, erfolgten 32 nicht-routinemäßige Kontrolluntersuchungen zwischen DOL-3 und DOL-25, bei denen es Hinweise auf eine SARS-CoV-2-Infektion gab; 6 Kinder hatten bei wiederholten Tests negative Ergebnisse. (ej) Originalpublikation: Dumitriu D et al. Outcomes of Neonates Born to Mothers With Severe Acute Respiratory Syndrome Coronavirus 2 Infection at a Large Medical Center in New York City. JAMA Pediatrics, 12. Oktober 2020
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